Connect with us


Community

Queeres Mahnmal in Düsseldorf eingeweiht

Der Künstler Claus Richter, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (CDU), Gabriele Bischoff vom LSBTIQ+ Forum und der Aidshilfe Düsseldorf und die Vorsitzende der Kunstkommission Düsseldorf, Heike van den Valentyn

Am 15. Oktober 2021 wurde der „Ort für die Erinnerung und Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“ in Düsseldorf auf der Apollowiese zwischen Johannes-Rau-Platz und Rheinufer feierlich eröffnet. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller enthüllte gegen 13 Uhr  Uhr zusammen mit Vertreter*innen des LSBTIQ+ Forum Düsseldorf und der Kunstkommission Düsseldorf die Bronzeplastik des Künstlers Claus Richter.

Der Kölner Künstler hatte mit seinem Entwurf für „Ein seltsam klassisches Denkmal“ den Wettbewerb der Kunstkommission gewonnen. Die bronzene Figurengruppe stellt vier Personen dar, die mit in die Luft gestreckten Fäusten und Victory-Zeichen kämpferisch wirken, und in ihrem äußerlichen Erscheinungsbild für unterschiedliche Gruppen innerhalb der LSBTIQ*-Community stehen. Der jetzt Realität werdende Gedenkort, den die Arbeitsgemeinschaft der Düsseldorfer LSBTIQ*-Gruppen seit gut zwei Jahrzehnten beharrlich eingefordert hat, soll an die Ausgrenzung und Verfolgung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und trans* Menschen und zugleich an deren Emanzipationsgeschichte erinnern.

Richters “Ein seltsam klassisches Denkmal” zeigt vier Bronzefiguren, die alle “Spektren sexueller Ausrichtung” symbolisieren sollen, wie es in einer Mitteilung der Stadt heißt. “Eine feminine, scheinbar biologisch männliche Figur, eine eher maskuline, scheinbar biologisch männliche Figur, eine glatzköpfige scheinbar biologisch weibliche Figur und eine eher feminine scheinbar biologisch weibliche Figur”.

Claus Richter: “Ich wollte zunächst einmal ein Denkmal von Menschen für Menschen machen, mich nicht in Abstraktion flüchten. Davon ausgehend sollten diese menschlichen HeldInnen biologisch nicht so einfach einzuordnen sein. Wenn man es kulturhistorisch einordnet, kann ich sagen, es gab immer Denkmäler für die Helden von Bewegungen. Ich wollte ein Zeichen für die LGBT-KämpferInnen der frühen Bewegungen wie zum Beispiel der Stonewall-Bewegung in der Vergangenheit schaffen, die dazu beigetragen haben, dass wir heute so offen leben können. Das Denkmal feiert aber keine konkreten historischen Figuren, sondern ist eher eine Erinnerung an Leute aus dem normalen Leben, die sich für uns eingesetzt haben. Für mich sind diese stillen und oft vergessenen Figuren einfach unsere Heldenfiguren, an die ich erinnern möchte. Vielleicht wird es auch ein Ort, an dem jemand ein bisschen Kraft sammelt und sich auch wieder findet, jetzt wo das Denkmal eingeweiht wurde.”

Das Denkmal soll auch an die Verfolgung nach §175 durch die Nazis erinnern – in keiner anderen westdeutschen Stadt gab es mehr Festnahmen, so das LSBTIQ+-Forum auf der Webseite zum Mahnmal zur ursprünglichen Forderung der Arbeitsgemeinschaft, die über 30 queere Gruppen der Stadt umfasst, zu dessen Errichtung. Aber auch die weitere Verfolgung und Ausgrenzung aller queerer Menschen in Vergangenheit und Gegenwart soll thematisiert werden, der Ort in einen breiteren Zusammenhang von Gedenken, Ritualen und Informations- und Schulveranstaltungen stehen.

Foto: Der Künstler Claus Richter, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (CDU), Gabriele Bischoff vom LSBTIQ+ Forum und der Aidshilfe Düsseldorf und die Vorsitzende der Kunstkommission Düsseldorf, Heike van den Valentyn, enthüllten den Gedenkort am Rhein.

Click to comment

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Jetzt angesagt

Queeres Helden-Denkmal kommt

Community

Armin Laschet (CDU), im FRESH-Interview: “Das unterstütze ich aus vollem Herzen”

Community

„Eine von mir angestrebte Mitte-Links-Regierung würde sich bestimmt darauf verständigen”

Politik

Olaf Scholz (SPD): “Eine Pflicht zum Gendern finde ich so absurd wie ein Verbot”

Community

Connect
Newsletter Signup