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Kino-Tipp

Kino Tipp: Saint-Narcisse

fb. Dominic (Félix-Antoine Duval) erfährt, dass seine tot-geglaubte Mutter noch immer lebt. Er macht sich auf die Suche und findet Beatrice (Tania Kontoyanni) im abgelegenen Kaff Saint-Narcisse, wo sie mit der deutlich jüngeren Irene (Alexandra Petrachuk) zusammenlebt. Die Dinge werden noch komplizierter, als Dominic unter den Mönchen eines Ordens vor Ort einen Mann(ebenfalls Duval) entdeckt, der ihm wie aus dem Gesicht geschnitten ist, und den er auch körperlich begehrt. Bruce La Bruces („Hustler White“) neuer Film ist längst nicht mehr so explizit-provokant wie die Frühwerke des kanadischen Enfant terrible. „Saint-Narcisse“ ist eher mit dem 2013 erschienen „Geron“ vergleichbar, der eine poetische Liebesgeschichte trotz eines Altersunterschiedes von 60 (!) Jahren erzählte. Hier spielt LaBruce mit dem Mythos von Narziss, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte, was er ironisch auf die Selfie-Sucht unserer Tage überträgt. Die konsistent ernste Handlung des Films ruft zwar mitunter langatmigere Momente hervor, aber „Saint-Narcisse“ punktet mit scharfer Kirchenkritik und gehört zu den interessanten, ruhigeren Werken seines Regisseurs.
(englisch-französische Originalfassung
mit dt. UTs). Ab 17/12/21 auf DVD und ab 30/12/21 auf VoD erhältlich.
FRESH-Bewertung: 4 von 6 Punkten

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