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	<description>Das Queer-Magazin für NRW</description>
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	<title>Fresh Magazin</title>
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		<title>Horst Schlämmer ist jetzt ein &#8222;bischen selber homosexuell&#8220;</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 17:07:36 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Interview mit einem geläuterten Horst Schlämmer dd. Anlässlich seines neuen Films „Horst Schlämmer sucht das Glück” stellte sich Hape Kerkeling als Horst Schlämmer beim großen Premieren-Empfang in der Essener Lichtburg Mitte März u.a. Fragen der FRESH. Wir wollten u.a. wissen, inwieweit sich die Rolle des Horst Schlämmer in den Jahren geändert hat, insbesondere bei queeren [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview mit einem geläuterten Horst Schlämmer </strong></p>
<p>dd. Anlässlich seines neuen Films „Horst Schlämmer sucht das Glück” stellte sich Hape Kerkeling als Horst Schlämmer beim großen Premieren-Empfang in der Essener Lichtburg Mitte März u.a. Fragen der FRESH. Wir wollten u.a. wissen, inwieweit sich die Rolle des Horst Schlämmer in den Jahren geändert hat, insbesondere bei queeren Themen. Im neuen Film ist er immerhin schon am Kiffen und hat nach dem Besuch eines Domina-Studios kaum noch „Rücken”&#8230; Zur Begrüßung sagte er von sich aus zu Reporter Dietrich Dettmann: „Die FRESH kenne ich doch irgendwie, bist du da etwa immer noch?” . Na das konnte ja heiter werden &#8230;</p>
<p><strong>Lieber Horst, es gibt ja auch eine Menge schwule Fans, die Dich mögen. Wie gefällt Dir das eigentlich?</strong> </p>
<p>Also ich freue mich darüber. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin jetzt auch ein bisschen selber homosexuell geworden. Aber ich sage es immer so: Ich bin primär. Ich freue mich darüber. Weisse Bescheid. Ich finde, wir leben in einer Welt, die offen sein muss, die klar sein muss. </p>
<p><strong>Also hat der Horst sich da auch verändert und ist offener und toleranter geworden?</strong> </p>
<p>Ja genau, ich habe mich da verändert. Du wirst es im Film sehen. Ich hatte etwas, ich nenne es mal eine Erfahrung. Ein Abenteuer, genau. Naja, ich bin jetzt nicht durchweg bi, aber. schaun wir mal &#8230;</p>
<p><strong>Stichwort die Szene im Film dazu: `Wo ist meine Unterhose´, wo Du neben einer Frau und einem Mann aufwachst &#8230;</strong></p>
<p>Hast du das schon gesehen im Film? Stimmt, die Szene ist ja schon im Promofilm drin. Ja, aber wie gesagt, ich bin nicht richtig schwul, ich war nur lückenlos betrunken. Aber ehrlich Freunde, doch doch, ich bin jetzt offener geworden.</p>
<p><strong>Hast Du denn schon mal heimlich gegendert? </strong></p>
<p>Was ist denn das? Ist das, wenn man was nimmt? Ich sehe schon mal ein paar Gendersternchen am Himmel, wenn der Doornkaat alle ist. Das sieht dann recht hübsch aus. Also aus der Ferne betrachtet&#8230;</p>
<p><strong>Du suchst in dem Film ja das Glück. Und als Single suchst Du ja auch eine Frau. Im Film gerätst Du überraschend an eine Domina, aber wie wäre es eigentlich für Dich mit Uschi Blum vom Schlagerparadies Dormagen, kennst Du die? Eine klasse Frau. Aber ich glaube,  die ist trans*, würde Dich das stören?</strong></p>
<p>Die ist doch nicht trans, Schätzelein. Die ist eine Frau durch und durch, das ist fast schon zu viel Frau für mich. Naja, ich bin mir nicht ganz sicher. Aber egal, ja die wäre was für mich. Ich würde mich da einfach überraschen lassen. Im Alter darf man nicht so wählerisch sein&#8230;</p>
<p><strong>Im Film suchst Du ja das Glück in ganz Deutschland. Was sagst Du zu den Verhältnissen hier im Land? Probleme haben wir ja wirklich genug &#8230;</strong></p>
<p>Allerdings. Grundsätzlich gilt, man muss sich Deuschland einfach schön saufen. Aber, auch wenn man es sich nicht schön säuft, das ist eines der schönsten Länder auf diesem Planeten. Also wenigstens im Westen. Und wir tun alles, dass die Dinge besser werden. Zum Beispiel mit einem Lächeln im Gesicht, weisse Bescheid.</p>
<p><em>„Horst Schlämmer sucht das Glück”,<br />
ab 26. März im Kino.</em></p>
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		<title>„Wir fordern eine kontinuierliche, dynamische Erhöhung der Fördermittel”</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Mar 2026 12:26:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Jan Bockemühl, neu in Vorstand des Queeren Netzwerks NRW, im FRESH-Interview dd. Jan Bockemühl ist ein engagierter Vertreter für LSBTIQ*-Rechte, der seit November 2025 dem Vorstand des Queeren Netzwerks NRW e.V. (QNW) angehört. Er leitet hauptamtlich die Geschäftsstelle der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V. und setzt sich somit aktiv für die Verbesserung der Lebenssituation älterer [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jan Bockemühl, neu in Vorstand des Queeren Netzwerks NRW, im FRESH-Interview </strong></p>
<p>dd. Jan Bockemühl ist ein engagierter Vertreter für LSBTIQ*-Rechte, der seit November 2025 dem Vorstand des Queeren Netzwerks NRW e.V. (QNW) angehört. Er leitet hauptamtlich die Geschäftsstelle der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V. und setzt sich somit aktiv für die Verbesserung der Lebenssituation älterer queerer Menschen ein. FRESH sprach mit ihm über sein neues Amt.</p>
<p><strong>Warum bzw. mit welchem Ziel hast Du Dich für den Vorstand im QNW beworben?</strong></p>
<p>Etwas mehr als drei Jahre lang war die Geschäftsstelle der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V. in den Räumlichkeiten des Queeren Netzwerks NRW ansässig. In dieser Zeit arbeitete ich täglich Tür an Tür mit den Kolleg*innen der verschiedenen Fachstellen zusammen. Dieser Austausch ermöglichte mir Einblicke in ihre Arbeit und schuf eine tiefere Verbundenheit zum Verein.<br />
Als Vorstandsmitglied möchte ich dazu beitragen, die fachliche Arbeit des Queeren Netzwerks NRW langfristig abzusichern, strategisch voranzubringen und nachhaltig zu stärken.</p>
<p><strong>Welche Themen möchtest Du als Vorstand im QNW voranbringen?</strong></p>
<p>Ein zentrales Anliegen ist die Reaktivierung und Neugestaltung landesweiter Maßnahmen der LSBTIQ*-Altersarbeit. Der demografische Wandel betrifft auch die queere Community: Die Gruppe der älteren und hochaltrigen Menschen wächst stetig. Seit dem Wegfall der Landeskoordination LST* in der offenen Senior*innenarbeit in NRW besteht hier eine fachliche und politische Lücke, die wir schließen müssen.<br />
Zudem möchte ich die Vereinsarbeit dort, wo es sinnvoll ist, generations- und gruppenübergreifend gestalten. Wir müssen innerhalb der Communities dringend über bestehende Altersbilder sowie das Miteinander von jüngeren und älteren Menschen sprechen.</p>
<p><strong>Was forderst Du für die Umsetzung dieser Ziele konkret von der Politik?</strong></p>
<p>Zunächst streben wir einen direkten fachlichen Austausch mit dem Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann, an. Hallo, Herr Laumann!<br />
Kurz und knapp fordere ich: eine gesicherte Finanzierung.<br />
Benötigt werden Mittel für eine zielgruppenspezifische Facharbeit, welche die Lebenssituation älterer LSBTIQ* verbessert, ihre Selbstvertretungskompetenzen fördert und die Öffnung von Regelstrukturen in der Altersarbeit ermöglicht. Dabei darf der Fokus nicht nur auf den Metropolen liegen, sondern muss die gesamte Fläche Nordrhein-Westfalens abdecken.<br />
Die politische Erwartung, dass sich Regelstrukturen ohne externe Impulse und Fachinformationen sensibilisieren, ist unrealistisch – insbesondere, wenn keine fachliche Instanz innerhalb der Community existiert, die informiert, vernetzt und koordiniert.<br />
<strong><br />
Habt Ihr als QNW Forderungen an die Ministerin Verena Schäffer, bzw. welche Erwartungen stellt Ihr an sie?</strong></p>
<p>Zunächst herzlichen Glückwunsch zur Ernennung, Frau Schäffer. Wir wünschen Ihnen viel Tatkraft für die anstehenden Aufgaben.<br />
Bei uns liegen Erwartungen und Forderungen eng beieinander: Mit großer Anstrengung konnte in den letzten zwei Jahren die Arbeit unserer Fachstellen gerettet und das Förderniveau von vor den Kürzungen im Jahr 2024 größtenteils wiederhergestellt werden. Wir erwarten, dass diese Sicherheit für 2027 und die Folgejahre mindestens bestehen bleibt. Angesichts von Kosten- und Gehaltssteigerungen, der wachsenden Nachfrage nach Unterstützung und einer zunehmenden Queerfeindlichkeit fordern wir eine kontinuierliche, dynamische Erhöhung aller Fördermittel. Nur so lässt sich die Qualität unserer Facharbeit aufrechterhalten.<br />
An die Landesregierung und die Verwaltung appelliere ich: Seien Sie sich der historischen Verantwortung bewusst, die die Politik seit 1945 gegenüber LSBTIQ* trägt. Die Folgen jahrzehntelanger Verfolgung, Diskriminierung und Stigmatisierung lassen sich nicht kurzfristig auflösen.<br />
Überlegungen, die Facharbeit des Queeren Netzwerks NRW verstärkt über Spenden zu finanzieren – analog zu US-amerikanischen Modellen –, halte ich für verfehlt. In Deutschland herrscht eine andere Spendenkultur. Wer, wenn nicht die Selbstorganisationen der Zivilgesellschaft, ist näher an den alltäglichen Bedarfen der Bevölkerung? Vereine und Ehrenamt leisten hier Arbeit, die eigentlich staatliche Aufgabe wäre. Daher muss der Staat diesen im Vergleich zum Gesamthaushalt geringen Unterstützungsbeitrag leisten.</p>
<p><strong>Wie hilft Dir Deine Erfahrung aus der BISS, Deine Vorstandsrolle auszufüllen?</strong></p>
<p>Ich greife dabei unmittelbar auf mein fundiertes Fachwissen in der Verbands- und Senior*innenarbeit zurück.</p>
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		<title>Verena Schäffer, neue NRW-Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration, im FRESH-Interview</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Mar 2026 11:58:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
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					<description><![CDATA[dd. Verena Schäffer (Grüne) ist die neue NRW-Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration und zuständig für die Community. Sie löst Josefine Paul (Grüne) ab, die Ende Januar zurücktrat. FRESH sprach mit ihr als neues NRW-Regierungsmitglied über aktuelle queerpolitische Fragen. Frau Ministerin Schäffer, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Amt. Sie haben angekündigt, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>dd. Verena Schäffer (Grüne) ist die neue NRW-Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration und zuständig für die Community. Sie löst Josefine Paul (Grüne) ab, die Ende Januar zurücktrat. FRESH sprach mit ihr als neues NRW-Regierungsmitglied über aktuelle queerpolitische Fragen.<br />
<strong><br />
Frau Ministerin Schäffer, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Amt. Sie haben angekündigt, die Arbeit von Frau Paul fortführen zu wollen. Wo liegen Ihre Schwerpunkte im Themenbereich LSBTTIQ+?</strong></p>
<p>Vielen Dank! Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung von Josefine Paul zu ihrem Rücktritt. Ihr gebührt großer Dank für ihren Einsatz für die Rechte von LSBTIQ*-Personen. Ich möchte ihre Arbeit gerne fortsetzen.</p>
<p>Mir war das Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG) schon als Fraktionsvorsitzende ein Herzensanliegen. Ich möchte dafür sorgen, dass es bald im Gesetzblatt steht. Denn alle Menschen in NRW sollten sicher und frei von Diskriminierung leben können. Zudem ist mir – auch als Kinder- und Familienmi-nisterin – wichtig, dass wir uns als Ministerium weiterhin für eine Reform des Abstammungsrechts im Bund einsetzen, damit Kinder lesbischer Eltern von Geburt an zwei rechtliche Mütter haben.<br />
<strong><br />
Wie ist denn der Stand der Dinge beim Landesantidiskriminierungsgesetz?</strong></p>
<p>Aktuell werten wir die Stellung-nahmen zum Regierungsentwurf aus. In den nächsten Wochen wird der Gesetzentwurf dem Landtag vorgelegt. Mit dem Gesetz schließen wir rechtliche Schutzlücken und stärken damit die Rechte der Betroffenen. Ziel des Gesetzes ist in erster Linie die Beendigung einer Diskriminierung. Betroffene Personen erhalten zudem rechtliche Möglichkeiten, etwa auf Schadensersatz klagen zu können. Eine Klagewelle ist in Berlin, dem bisher einzigen Land mit Erfahrungen mit einem Landesantidiskriminierungsgesetz, allerdings ausgeblieben. Darüber hinaus sieht das Gesetz die Einrichtung einer Landesantidiskriminierungsstelle vor, u.a. zur Entwicklung von Präventionsmaßnahmen und Initiierung wissenschaftlicher Studien zu Diskriminierungen.</p>
<p><strong>Wie wollen Sie zukünftig das Thema Queer im Kabinett einbringen? Bei den Themen Gesundheit, Pflege und Innere Sicherheit gibt es ja weiterhin massive Handlungsbedarfe &#8230;</strong> </p>
<p>Wichtige Anliegen, die LSBTIQ*- Personen betreffen, werde ich als Querschnittsthema einbringen. Allerdings tragen die jeweiligen Fachressorts jeweils selbst die Verantwortung, Perspektiven und Bedarfe von LSBTIQ* in ih-ren Zuständigkeitsbereichen mitzudenken und umzusetzen. Ich sehe es als meine Aufgabe an, auf bestehende Handlungsbedarfe hinzuweisen und fachliche Grundlagen in die Diskussion einzubringen. So hat die Studie „Queer durch NRW – Lebenslagen und Erfahrungen von LSBTIQ*“ unter anderem im Gesundheitsbereich, aber auch mit Blick auf Pflege und Innere Sicherheit deutlich gemacht, wo strukturelle Benachteiligungen und Versorgungslücken bestehen. In meinem Haus tragen wir zum Beispiel mit der Förderung von gezielten Angeboten in der queeren Jugendarbeit aktiv dazu bei, dass Vielfalt gelebt wird. Dass die Landesfachstelle Regenbogenfamilien mit einer jährlichen Förderung über 160.000 Euro bald an den Start gehen kann, freut mich sehr.</p>
<p><strong>Queerfeindliche Gewalt gegen queere Menschen nimmt besonders in den Großstädten in erschreckender Weise zu. Welche Strategien haben Sie dagegen? </strong></p>
<p>Erst einmal: Ich habe jahrelang Innenpolitik gemacht, und mir ist es sehr wichtig, dass alle Menschen in NRW sicher sind. Die Zunahme queerfeindlicher Gewalt ist absolut besorgniserregend und spiegelt leider eine in Teilen gesellschaftliche Stimmung wider, die sich vermehrt gegen Minderheiten richtet. Queerfeindliche Diskriminierung und Gewalt bedroht sehr konkret unsere vielfältige und demokratische Gesellschaft. Die NRW-Lebenslagenstudie zeigt, dass TIN*-Personen noch einmal stärker gefährdet sind. Die Beratung und Unterstützung von Personen, die Opfer von homo-, trans*- und queerfeindlicher Gewalt geworden sind, ist immens wichtig, daher haben wir unsere Förderung für die Landesfachstelle für queere Anti-Gewalt-Arbeit aufgestockt.  Gleichzeitig ist es wichtig, nicht nur das Hellfeld der angezeigten Straftaten im Blick zu behalten, sondern auch das Dunkelfeld besser auszuleuchten. Hier erwarten wir mit dem ersten Jahresbericht der Meldestelle Queerfeindlichkeit wichtige Erkenntnisse, von denen wir weitere gezielte und wirksame Maßnahmen ableiten wollen.</p>
<p><strong>In etwa einem Jahr sind wieder Wahlen in NRW. Können wir erwarten, dass Sie queere Events wie CSDs besuchen und sich für die weitere Förderung der CSDs in NRW einsetzten? Die Zuwendungen sind ja leider unter Schwarz-Grün zuletzt gekürzt worden. </strong></p>
<p>Ich freue mich schon jetzt auf CSDs und andere queere Events! Neben Begegnungen und Gesprächen, die mir wichtig sind, möchte ich damit auch ein klares politisches Signal senden: für Solidarität und den gemeinsamen Einsatz für gleiche Rechte gerade in einer Zeit, in der unsere Demokratie und damit unsere vielfältige Gesellschaft unter Druck gesetzt wird. Zu den Zuwendungen für CSDs: Diese wurden vor drei Jahren unter Schwarz-Grün erstmals eingeführt und in diesem Haushaltsjahr wieder ausgeweitet. Besonders erfreulich ist, dass wir dieses Jahr mehr CSDs in Nordrhein-Westfalen erwarten als jemals zuvor – das ist ein starkes Zeichen für Sichtbarkeit und Anerkennung!</p>
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		<title>„Frische Energie”</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 21:04:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
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					<description><![CDATA[Führungswechsel nach zwei Jahrzehnten beim LSVD+ in NRW &#8211; Andrea Peuler-Kampe vom neuen Vorstand im FRESH-Interview dd. Der LSVD+ hat einen neuen Vorstand in NRW gewählt. Die Urgestein-Aktivisten Frank Bauer und Arnulf Sensenbrenner sind nicht mehr dabei. Im Interview spricht Andrea Peuler-Kampe (Foto) vom neu gewählten Vorstand über neue Wege und Ziele des LSVD+ und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Führungswechsel nach zwei Jahrzehnten beim LSVD+ in NRW &#8211; Andrea Peuler-Kampe vom neuen Vorstand im FRESH-Interview</strong></p>
<p>dd. Der LSVD+ hat einen neuen Vorstand in NRW gewählt. Die Urgestein-Aktivisten Frank Bauer und Arnulf Sensenbrenner sind nicht mehr dabei. Im Interview spricht Andrea Peuler-Kampe (Foto) vom neu gewählten Vorstand über neue Wege und Ziele des LSVD+ und die aktuelle politische Situation der Community.</p>
<p><strong>Andrea, Du bist Teil des neuen Vorstandes des LSVD+ in NRW. Wenn langjährige Mitglieder des Vorstandes aufhören, spricht man gerne von einem Neuanfang – trifft das in diesem Fall zu?</strong></p>
<p>Ja! Wir sind jetzt im Übergang und bauen weiter auf dem auf, was über viele Jahre gewachsen ist – mit viel Einsatz, viel Erfahrung und viel Verlässlichkeit und Mut.<br />
Und in diesem Ansatz werden wir es weiterführen. Gleichzeitig bringt ein neues Team auch neue Perspektiven, neue Arbeitsweisen und neue Schwerpunkte mit. Unser Ziel ist: Kontinuität in den Werten – und frische Energie in der Umsetzung.</p>
<p><strong>Welche neuen Impulse dürfen wir erwarten? Es war in letzter Zeit eher still um den LSVD+ in NRW geworden …</strong></p>
<p>Den Eindruck kann ich nachvollziehen – und wir wollen genau da ansetzen: sichtbarer, ansprechbarer und vernetzter zu sein. Konkret heißt das: Regelmäßiger kommunizieren, damit klar ist, wofür wir stehen und wie man uns erreicht. Dazu mehr Kooperationen mit lokalen Initiativen, Beratungsstellen und Community-Strukturen – weil wir gemeinsam mehr Wirkung entfalten. und niedrigschwellige Angebote schaffen, die praktisch helfen: Information, Austausch, Empowerment, Unterstützung.<br />
Kurz: Wir wollen nicht nur reagieren, wenn es brennt &#8211; sondern verlässlich präsent sein.</p>
<p><strong>Wo wollt Ihr denn konkret durchstarten?</strong></p>
<p>Wir wollen als LSVD+ NRW unsere Präsenz im ländlichen Raum ausbauen und insbesondere im Ruhrgebiet und im Sauerland, wo queere Strukturen bislang kaum sichtbar waren, als verlässlicher Ansprechpartner wirken. Ein Treffen im Café Fluid der Aidshilfe Bochum soll dabei beispielhaft als zentraler Vernetzungs- und Austauschort und für die Unterstützung weiterer queerer Anlaufstellen dienen.</p>
<p>Außerdem wollen wir mehr auch bei kleinen CSDs präsent sein und einen besoneren Fokus auf FLINTA*-Personen sowie auf queere Menschen mit Beeinträchtigungen legen. </p>
<p><strong>Queerpolitisch positioniert Ihr euch ja nahe an den Grünen. Wie beurteilst Du Queerpolitik bzw. das Erreichte der schwarz-grünen Landesregierung in NRW?</strong></p>
<p>Ich würde das gern geradeziehen: Ich sehe den LSVD+ nicht als „nah an einer Partei“. Wir sind ein Bürgerrechtsverband. Unsere Orientierung ist menschenrechtlich und demokratisch – ich persönlich würde es eher als demokratisch links beschreiben, aber ohne Parteibindung. Und zur Landesregierung: „Erreichte Queerpolitik“ ist für mich nicht gut messbar über Überschriften oder Parteifarben. Entscheidend ist, was bei den Menschen und in der Infrastruktur tatsächlich ankommt: Beratung, Schutz, Prävention, Bildung – und vor allem Verlässlichkeit.<br />
Wenn Mittel nach Protesten doch gesichert oder nachgesteuert werden, ist das natürlich wichtig. Gleichzeitig bleibt unser Anspruch: nicht jedes Jahr dieselbe Unsicherheit, sondern planbare, stabile Strukturen. Wir werden die Landespolitik weiter daran messen, was konkret umgesetzt wird – und dabei mit allen demokratischen Kräften sprechen, die dafür Verantwortung tragen.</p>
<p><strong>Stichwort rechte Gewalt und steigende Homophobie: Sie nimmt besonders in den Großstädten in erschreckender Weise zu. Warum bläst uns der Wind immer stärker entgegen? Welche Strategien siehst Du dagegen?</strong></p>
<p>Für mich beginnt das bei uns selbst – und das meine ich konstruktiv: Ich halte es für zwingend notwendig, dass die queere Community als Ganzes zusammensteht. Wenn wir es untereinander nicht schaffen, respektvoll und akzeptierend miteinander umzugehen, können wir schwer erwarten, dass andere das für uns tun. Zusammenhalt ist kein „Nice-to-have“, sondern Selbstschutz und politische Stärke.<br />
Zum Gegenwind: Ich glaube, wir müssen den Ursprung von Homophobie und Queerfeindlichkeit viel genauer analysieren. Ich kenne aktuell keine verlässlichen Zahlen dazu, wo und in welchen Settings queerfeindliche Einstellungen besonders stark sind. Und ohne diese Klarheit bleibt man schnell bei allgemeinen Appellen. Meine Strategie wäre daher doppelt: Als<br />
Sofortmaßnahmen wollen wir Betroffene stärken (Beratung, Begleitung, sichere Räume), und Vorfälle ernst nehmen, die Anzeigen erleichtern, und Bündnisse mit Kommunen und Sicherheitsakteuren verstärken. Mein zweiter Punkt ist gezielte Prävention statt Bauchgefühl, dazu Daten und Erfahrungen systematisch bündeln, z. B. aus Beratungsstellen, Meldestellen, Community-Feedback, Polizei und Kommunen, dabei Muster erkennen. Und dann zielgenau in Schule, Jugendarbeit, Vereinen, Nachtleben und online gegensteuern. Denn wir brauchen dazu zwei Dinge: Haltung und Handwerk.</p>
<p><strong>Der LSVD+ ist Teil der Queeren Nothilfe Ukraine (QNU) – einem Bündnis von über 70 LSBTIQ+-Organisationen aus Deutschland. Was genau wollt Ihr mit dem Projekt erreichen?</strong></p>
<p>Die QNU bringt viele Organisationen zusammen, um queere Menschen zu unterstützen, die vom Krieg betroffen sind – in der Ukraine und auf der Flucht. Unser Ziel ist sehr praktisch: Schutz, Versorgung und Stabilisierung. Dazu gehören je nach Bedarf, sichere Unterkünfte, Unterstützung beim Ankommen, medizinische und psychologische Hilfe, Rechtsberatung und die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen. Für uns heißt das: Solidarität nicht nur zu „bekunden“, sondern zu organisieren. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Raus aus Grindr und Tinder, rein ins reale Leben und sich wehren!”</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 20:44:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
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					<description><![CDATA[Arndt Klocke (Grüne) spricht im FRESH-Interview über die aktuelle queerpolitische Lage in NRW dd. Arndt Klocke (Grüne) ist Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen. Von Februar 2006 bis Juni 2010 war er Landesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen in NRW und von Mai 2017 bis Oktober 2020 Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Landtag. Bei der NRW-Landtagswahl 2022 erlangte [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Arndt Klocke (Grüne) spricht im FRESH-Interview über die aktuelle queerpolitische Lage in NRW</strong></p>
<p>dd. Arndt Klocke (Grüne) ist Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen. Von Februar 2006 bis Juni 2010 war er Landesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen in NRW und von Mai 2017 bis Oktober 2020 Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Landtag. Bei der NRW-Landtagswahl 2022 erlangte er im Landtagswahlkreis Köln III mit 41,6 % das Direktmandat. Mit 39,3 % der Zweitstimmen erhielt sein Wahlkreis erneut das stärkste Resultat der Grünen landesweit. Nun tritt er wieder an. FRESH sprach mit ihm u.a. über aktuelle queer-politische Themen.</p>
<p><strong>Arndt, der Tod Deines Freundes Rosa von Praunheim, mit dem du wenige Stunden vorher noch gefeiert hast, hat uns alle getroffen. Welche Bedeutung hat Rosa von Paumheim Deiner Meinung nach für die queere Community in Deutschland gehabt, was ist Deiner Meinung nach sein Vermächtnis?</strong></p>
<p>Rosa war ein strahlender, mutiger Leuchtturm. Er war vor fünfzig Jahren schon „Out+Proud”, als fast alle noch versteckt lebten. Mit seinem Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt” aus dem Jahr 1971 hat er Geschichte geschrieben. Rosa und ich kannten uns mehr als dreißig Jahre, in den letzten Jahren waren mein Mann Sven Lehmann und ich eng mit Rosa und seinem Partner Oliver Sechting verbunden. Wir waren im Dezember auch bei der kleinen Hochzeitsfeier der beiden dabei. Rosas plötzlicher Tod nur fünf Tage später hat uns wie ein Schlag getroffen. Rosas Beisetzung auf dem Alten Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg war traurig und schön zugleich. Hunderte Menschen, darunter Riccardo Simonetti, Tom Tykwer, Else Buschheuer, Gitte Haenning und Max Riemelt hatten den Weg zum Friedhof gefunden. Sein Vermächtnis mit über hundert Filmen, Büchern und Bildern ist groß. </p>
<p><strong>In etwa einem Jahr, vermutlich im Mai 2027, sind wieder Landtagswahlen in Nordrhein Westfalen. Wirst Du erneut für den Landtag in Düsseldorf kandidieren? Was sind dazu Deine Ziele?</strong></p>
<p>Ich werde mich in diesem Frühjahr bei den Kölner Grünen um eine weitere Nominierung bewerben. Beim letzten Mal habe ich meinen Wahlkreis in Köln Ehrenfeld/Nippes gegen den SPD-NRW Fraktionschef Jochen Ott und CDU-Minister Nathanael Liminski klar gewinnen können. Ich stehe neben meinen fachpolitischen Themen wie Bauen und Wohnen seit vielen Jahren für eine offen queere Sichtbarkeit im und außerhalb des Parlaments, und das in Zeiten, wo sich immer mehr Menschen ins Schneckenhaus zurückziehen.  </p>
<p><strong>Homophobe Gewalt gegen queere Menschen nimmt besonders in den Großstädten in er-schreckender Weise immer weiter zu. Warum bläst uns der Wind immer stärker entgegen? Welche Strategien siehst Du dagegen? </strong></p>
<p>In der Tat ist das Ausmaß der Gewalt und der Rückschritte erschreckend. Gleichzeitig merke ich, dass insbesondere vielen jüngeren Menschen oft die „Tools” fehlen, um sich effektiv zur Wehr zu setzen. Aus ihrer Erfahrung kannten sie bislang nur Zeiten der ständigen Fortschritte und Verbesserungen. Nicht ohne Grund posten viele derzeit in den sozialen Netzwerken Fotos aus dem Jahr 2016, als die Welt vermeintlich noch in Ordnung war. Ich bin Anfang der 90er Jahre, der Zeit von Aids, dem Paragrafen 175 und lange vor der „Ehe für Alle” bei Aktivist/innen wie Hella von Sinnen, Georg Roth und Rosa von Praunheim „in die Lehre gegangen”. Damals hieß es „Raus aus den Toiletten-Rein in die Strassen”. Heute muss gelten: „(Mal) Raus aus Grindr und Tinder, rein ins reale Leben und sich wehren”. </p>
<p><strong>Die schwarz-grüne Landesregierung in NRW hat die 2025 angekündigten Kürzungen der queeren Landesmittel und von Aids-Hilfe-Projekten nach großen Protesten ja weitgehend zurückgenommen und fördert weiter viele Community-Bedarfe. Wie beurteilst Du hier eure Queerpolitik bzw. das Erreichte der Landesregierung aus grüner Sicht? </strong></p>
<p>Ich habe in meiner Zeit im Landtag zwei Mal einen Regierungswechsel erlebt. Immer wenn wir Grüne in die Regierung zurück kamen, war die Landeskasse leer, weil vorher CDU/FDP das Geld in rauen Mengen für unsinnigen Straßen-Neubau etc. rausgehauen hatten. Trotzdem konnten wir jetzt die Mittel für freie Träger in der LSBTIQ-Community und der CSD-Förderung stabilisieren und in Teilen erhöhen. Ich habe mich in meiner Fraktion mit dafür stark gemacht, dass die vorherigen Kürzungen bei den Aidshilfen zurückgenommen wurden. Dies wurde auch erreicht, weil sich die queeren Verbände und die Aidshilfen engagiert und mit viel Einsatz gegen Einsparungen gewehrt haben.</p>
<p><strong>Steigende Mieten und immer größer werdende Wohnungsnot auch bei queeren Menschen rücken immer stärker in den Fokus. Was sagst Du dazu? Was unternimmt die schwarz-grüne NRW-Landesregierung dagegen? </strong></p>
<p>Das Finden einer bezahlbaren Wohnung ist die soziale Frage der heutigen Zeit. Steigende Mieten sind insbesondere in den Ballungszentren fast erdrückend. Wir haben als Gegenmaßnahme die Mietpreisbremse für die NRW-Kommunen massiv ausgeweitet und die NRW-Wohnraumförderung für den Bau von mietpreisgebundenen Wohnungen auf 12 Milliarden erhöht und damit trotz knapper Kassen fast verdreifacht. Gleichzeitig haben wir die Landesbauordnung deutlich entschlackt, um zügigen Um- und Neubau zu beschleunigen. Wir brauchen zügig zusätzliche und bezahlbare Wohnungen.  </p>
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		<title>“… dass sie lesbisch ist, genügt, um  ihr das Sorgerecht wegzunehmen.”</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 20:30:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[dd. Bis in die 1990er Jahre konnten lesbische Mütter bei einer Scheidung das Sorgerecht für ihre Kinder verlieren &#8211; Im FRESH-Interview spricht Historikerin Kirsten Plötz (Foto) über ihre neue Studie und das Schicksal tausender betroffenen Frauen in Deutschland. Frau Plötz, in Deutschland wurden lesbischen Müttern früher ihre Kinder weggenommen. Wie wurde das damals begründet? Warum [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>dd. Bis in die 1990er Jahre konnten lesbische Mütter bei einer Scheidung das Sorgerecht für ihre Kinder verlieren &#8211; Im FRESH-Interview spricht Historikerin Kirsten Plötz (Foto) über ihre neue Studie und das Schicksal tausender betroffenen Frauen in Deutschland.</p>
<p><strong>Frau Plötz, in Deutschland wurden lesbischen Müttern früher ihre Kinder weggenommen. Wie wurde das damals begründet? Warum gab es kein Unrechtsbewusstsein?<br />
 </strong></p>
<p>Lesbische Liebe war an sich zwar nicht strafbar, galt aber lange Zeit als Unzucht. Eine gleichgeschlechtliche Beziehung der Mutter gefährdet das Kindeswohl, begründete z.B. das Oberlandesgericht Düsseldorf 1977 den Entzug des Sorgerechts. Das Kindeswohl konnte verschieden ausgelegt werden; so ließ das Amtsgericht Mettmann 1984 ein Kind bei der Mutter, die nach der Scheidung eine lesbische Beziehung eingegangen war, was wiederum auf Kritik stieß und auf andere Urteile traf. Ende der 1980er Jahre hieß es zu Recht, das Sorgerecht für lesbische Mütter sei wie russisches Roulette vor Gericht. Das war sogar in gewisser Weise eine Verbesserung, weil bis zur Reform 1977 eine Mutter, die durch ein lesbisches Verhältnis ‚Schuld‘ am Ende ihrer Ehe hatte, generell das Sorgerecht verlor.<br />
Auf vielen Ebenen wurde geschwiegen, weil dieses Unrecht nicht an einem speziellen Paragrafen hing, nirgendwo systematisch dokumentiert wurde und weil außerdem die Mütter das Sorgerecht eher behielten, wenn sie ihr lesbisches Leben strikt verleugneten. Viele Mütter blieben damit allein. </p>
<p><strong>Sie haben mit Betroffenen gesprochen und eine Studie dazu in NRW erarbeitet und gerade veröffenlicht. Was ist das Ergebnis Ihrer Forschung? </strong></p>
<p>Das Unrecht zeichnet sich immer deutlicher ab. Schon in der ersten Studie, mit Schwerpunkt Rheinland-Pfalz, wurde klar, wie eng das Ehe- und Familienrecht den Handlungsraum für lesbische Liebe einschnürte und wie sehr Mütter darunter litten. Das wurde nun noch deutlicher, und auch, welche Akteure dafür sorgten. Beim Blick auf Nordrhein-Westfalen zeigte sich außerdem, wie breit das in den Emanzipationsbewegungen aufgegriffen wurde. Weitere Fälle kamen hinzu, die das Gesamtbild erhellen. </p>
<p><strong>Wie geht es jetzt mit Ihrer Forschung weiter? Wird es irgendwann eine bundesweite Studie geben? Können sich Zeitzeug:innen und Betroffene bei Ihnen melden?</strong></p>
<p>Aktuell forsche ich über Sorgerechtsentzug in West-Berlin, zusammen mit Maria Bühner, die über Ost-Berlin forscht. Wer etwas dazu beitragen könnte, meldet sich bitte unter kontakt@sorgerecht-lesbischer-muetter.de. Nicht nur in Bezug auf Berlin, sondern für jede Region suche ich Zeitzeug*innen – betroffene Mütter, die Kinder, die Väter, Freund*innen, Sozialarbeiter*innen, Jurist*innen, Nachbar*innen und alle anderen, die irgendetwas von solchen Sorgerechtsentzügen mitbekommen haben. Es würde mich freuen, wenn sie sich melden und mir ihre Erinnerungen mitteilen und / oder Dokumente überlassen, selbstverständlich auf Wunsch komplett anonym. Stimmen und Dokumente zu sammeln, ist ein wichtiger Schritt. Bisher zeichnet sich eine bundesweite Studie leider nicht ab, aber ich hoffe darauf.</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="5ecacWWkC1"><p><a href="https://queeres-netzwerk.nrw/neue-broschuere-zum-forschungsbericht-zum-sorgerechtsentzug-bei-lesbischen-muettern-zwischen-1946-2000/">Neue Broschüre zum Forschungsbericht zum Sorgerechtsentzug bei lesbischen Müttern zwischen 1946-2000 </a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Neue Broschüre zum Forschungsbericht zum Sorgerechtsentzug bei lesbischen Müttern zwischen 1946-2000 &#8220; &#8211; Queeres Netzwerk NRW" src="https://queeres-netzwerk.nrw/neue-broschuere-zum-forschungsbericht-zum-sorgerechtsentzug-bei-lesbischen-muettern-zwischen-1946-2000/embed/#?secret=2dmCXCMlhU#?secret=5ecacWWkC1" data-secret="5ecacWWkC1" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
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		<title>&#8222;Kürzungen bleiben Kürzungen&#8220;: Frank Müller, Queer-Beauftragter der SPD-Landtagsfraktion NRW im FRESH-Interview</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2026 00:22:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[dd. In der Dezemberausgabe der FRESH wurde über die geplanten Landesmittel für queere Projekte im Jahr 2026 berichtet. Dort erklärte die queerpolitische Sprecherin der Grünen, es gebe diesmal keine Kürzungen; an einigen Stellen würden die Mittel sogar erhöht. Frank Müller, Queer-Beauftragter der SPD-Landtagsfraktion NRW, zeigt sich über diese Darstellung irritiert und spricht im FRESH-Interview von [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>dd. In der Dezemberausgabe der FRESH wurde über die geplanten Landesmittel für queere Projekte im Jahr 2026 berichtet. Dort erklärte die queerpolitische Sprecherin der Grünen, es gebe diesmal keine Kürzungen; an einigen Stellen würden die Mittel sogar erhöht. Frank Müller, Queer-Beauftragter der SPD-Landtagsfraktion NRW, zeigt sich über diese Darstellung irritiert und spricht im FRESH-Interview von „grüner Schönmalerei“.</p>
<p><strong>Frank, Du wirfst den Grünen „Schönmalerei“ bei der Darstellung der Landesmittel für queere Projekte 2026 vor. Was genau meinst Du damit?</strong></p>
<p>Nach den massiven Kürzungen im vergangenen Jahr für 2025 – zu Lasten der Aidshilfen, von „MehrAlsQueer“ und durch die Abwicklung der Landesfachstelle für queere Senior*innenarbeit bei Rubicon – feiert sich die schwarz-grüne Koalition nun dafür, dass der Kahlschlag nicht weitergeht. Die genannte Erhöhung der Zuschüsse im LSBTIQ-Bereich bedeutet jedoch lediglich eine Rückkehr zum Stand von 2024. Inflationsbereinigt bleibt unter dem Strich ein deutliches Minus. Stillstand bedeutet Rückschritt.</p>
<p><strong>Das Niveau von 2024 ist zwar wiederhergestellt, aber es wurden ja auch Projekte wie bei der Aidshilfe Essen gestrichen, oder?</strong></p>
<p>Genau, die Folgen der Kürzungen in den letzten Monaten sind spürbar und eben nicht rückgängig gemacht worden: Die Fachstelle für queere Senior*innenarbeit bleibt geschlossen, zahlreiche Projekte der örtlichen Aidshilfen, wie in Essen, mussten eingestellt werden. Diese Strukturen sind verloren. Dass sich die Grünen dafür jetzt feiern, ist zynisch – gerade, weil sie die besondere Bedeutung dieser Angebote kannten. Für Selbstlob besteht also keinerlei Anlass.</p>
<p><strong>Was forderst Du mit Blick auf die kommenden Haushaltsjahre?</strong></p>
<p>Queerpolitik braucht Planungssicherheit und keine jährlichen Ausschläge nach Kassenlage. Wenn die Koalition auf neue Spielräume durch die Steuerschätzung verweist und damit die bloße Wiederherstellung des 2024er-Ansatzes begründet, stellt sich doch die Frage: Was passiert bei der nächsten finanziellen Delle im Landeshaushalt? Drohen dann erneut Kürzungen – und gelten sie dann wieder als unvermeidbar? Verlässlichkeit sieht anders aus.</p>
<p><strong>Stichwort Queerpolitik in NRW: Wie ist Deine Perspektive auf die schwarz-grüne Koalition und auf das neue Landesantidiskriminierungsgesetz?</strong></p>
<p>Das Landesantidiskriminierungsgesetz ist noch in der Entstehung, es liegt bislang nur als erster Entwurf vor und ist noch nicht als fertiger Gesetzentwurf im Landtag angekommen. Von daher bin ich auf die Einbringung des Gesetzentwurfes gespannt. Stand jetzt, also auf Basis des Referentenentwurfs, soll es zumindest in einigen Bereichen Fortschritte bringen. Daher hoffe ich, dass die Landesregierung gerade vor dem Hintergrund steigender Diskriminierungserfahrungen für viele Gruppen und gerade auch queere Menschen die Chance für wirkliche Verbesserungen ergreift und keinen Papiertiger abliefert. Wir als SPD werden das Gesetzgebungsverfahren konstruktiv begleiten.<br />
Insgesamt fällt mein Fazit zur Queerpolitik dieser Landesregierung gemischt aus. Wenige Fortschritte, vieles halbherzig, ein Schritt nach vorn, ein Schritt zurück. Große gesellschaftspolitische Würfe im Sinne der queeren Community sieht man einfach zu wenig. Auch die Umsetzung der Ergebnisse der Lebenslagenstudie in praktisches Handeln kommt viel zu langsam voran. Auch wenn man die Datenbasis der Studie kritisieren kann, so werden ja viele konkrete Fragen und Problemlagen aufgeworfen. Hier erwarten wir alle mehr Entschlossenheit.</p>
<p><strong>Wie beurteilst Du die Chancen im Bund, mit dieser Regierung den Artikel 3 des Grundgesetztes zugunsten von uns zu ergänzen?</strong></p>
<p>Das Problem liegt hier bekanntlich nicht bei SPD, Grünen oder Linken. Wir als SPD hatten das auch im Wahlprogramm, und es bleibt unsere Position. Leider haben sich die Vorzeichen mit dem Regierungswechsel im Bund verschlechtert. Ich sehe daher noch einen weiten Weg zur parlamentarischen Zweidrittel-Mehrheit für die notwendige Verfassungsänderung, wenn man sich den aktuellen Bundestag anschaut. Optimistisch stimmt die Initiative im Bundesrat von mehreren Bundesländern, mit der ein Gesetzentwurf zur Änderung des Grundgesetzes auf den Weg gebracht wurde. Ich weiß auch von vielen Kolleg*innen aus der CDU, dass sie das gern unterstützen würden. Insofern wäre auch zu überlegen, die Abstimmung im Bundestag freizugeben. Ähnlich wie seinerzeit bei der Öffnung der Ehe.</p>
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		<title>NRW: Auf zur CSD-Saison 2026!</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2026 00:05:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
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					<description><![CDATA[dd. Für die CSD-Saison 2026 laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Schon 40 CSDs in NRW haben ihre Terminplanungen bekannt gegeben und stehen in den Startlöchern. Das ist Rekord. Gerade in den kleineren Städten entstehen immer mehr viele kleine neue bunte Events, wie in Erkrath (27.6.26). Bei den größeren CSDs in NRW bewegt sich auch etwas: [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>dd. Für die CSD-Saison 2026 laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Schon 40 CSDs in NRW haben ihre Terminplanungen bekannt gegeben und stehen in den Startlöchern. Das ist Rekord.<br />
Gerade in den kleineren Städten entstehen immer mehr viele kleine neue bunte Events, wie in Erkrath (27.6.26). Bei den größeren CSDs in NRW bewegt sich auch etwas: Der RuhrPride<br />
in Essen wandert von seinem „Stammplatz” vom 1. Samstag im August auf den zweiten Samstag (8.8.26). Es ist das größte queere Straßenfest im Ruhrgebiet (Foto).</p>
<p>2025 kamen in der letzten Saison 38 CSDS in kleinen und großen NRW-Städten zum Feiern. Leider gab es aber auch Rückschläge im letzten Jahr. Der Mindener CSD-Organisator Roland Henß war überraschend im Juli kurz vor „seinem” CSD gestorben. Der Gelsenkrchener CSD musste abgesagt werden, weil die Gefahrenlage rechter Anschläge zu hoch war. Während beim CSD in Düsseldorf der Hochsommer seine heißesten Tage präsentierte, regnete es beim größten Event, dem ColognePride in Köln bei der endlosen Demonstration leider den ganzen Tag. Bleibt zu hoffen, dass die neue CSD-Saison 2026 noch besser wird als die letzte. Sobald es Neuigkeiten gibt, werden wir berichten. Hier die Termine:</p>
<p><strong>CSDs in NRW 2026</strong></p>
<p>16.05.26 CSD Gelsenkirchen</p>
<p>16.05.26 CSD Euskirchen</p>
<p>06.06.26 CSD Kreis Heinsberg</p>
<p>06.06.26 CSD Herne</p>
<p>06.06.26 CSD Paderborn</p>
<p>13.06.26 CSD Bielefeld</p>
<p>04.-07.06.26 CSD Düsseldorf</p>
<p>13.06.26 CSD Recklinghausen</p>
<p>20.06.26 CSD Bochum</p>
<p>21.06.26 CSD Leverkusen</p>
<p>27.06.26 CSD Erkrath</p>
<p>27.06.26 CSD Düren</p>
<p>27. 06.26 CSD Soest</p>
<p>03.-05.07.26 CSD ColognePride Köln</p>
<p>11.07.26 CSD LIppe</p>
<p>11.07.26 CSD Langenfeld</p>
<p>12.07.26 CSD Olpe</p>
<p>18.07.26 CSD Bonn</p>
<p>18.07.26 CSD Mönchengladbach</p>
<p>18.07.26 CSD Haltern am See</p>
<p>25.07.26 CSD Duisburg</p>
<p>25.07.26 CSD Siegen</p>
<p>25.07.26 CSD Solingen Klingenpride</p>
<p>01.08.26 CSD Bonn 2</p>
<p>08.08.26 CSD RuhrPride Essen</p>
<p>15.08.26 CSD Krefeld</p>
<p>22.08.26 CSD Bocholt</p>
<p>22.08.26 CSD Arnsberg</p>
<p>22.08.26 CSD Aachen</p>
<p>22.08.26 CSD Lüdenscheid</p>
<p>29.08.26 CSD Münster</p>
<p>29.08.26 CSD Brühl</p>
<p>05.09.26 CSD Dortmund</p>
<p>12.09.26 CSD Wuppertal</p>
<p>12.09.26 CSD Ratingen</p>
<p>19.09.26 CSD Remscheid</p>
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			</item>
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		<title>&#8222;Zukunft gestalten&#8220;:  Torsten Schrodt, Vorstandsmitglied der Come-Out-Stiftung, zieht Bilanz im FRESH-Interview</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Dec 2025 00:42:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
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					<description><![CDATA[dd. Torsten Schrodt lebt im Ruhrgebiet. Der Dipl. Sozialarbeiter / Dipl. Sozialpädagoge und Sozialmanager M.A. engagiert sich seit 1998 für Unterstützung und Förderung junger LSBT*I*. Aufgewachsen im ländlichen Raum, liegt sein besonderes Interesse an Aufbau und Stärkung von Strukturen abseits von Metropolen. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Gründung der Come-Out-Stiftung. Als Vorstandsmitglied der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>dd. Torsten Schrodt lebt im Ruhrgebiet. Der Dipl. Sozialarbeiter / Dipl. Sozialpädagoge und Sozialmanager M.A. engagiert sich seit 1998 für Unterstützung und Förderung junger LSBT*I*. Aufgewachsen im ländlichen Raum, liegt sein besonderes Interesse an Aufbau und Stärkung von Strukturen abseits von Metropolen. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Gründung der Come-Out-Stiftung. Als Vorstandsmitglied der neuen Siftung, die gerade 5 Jahre alt ist, zieht er Bilanz im FRESH-Interview.</p>
<p><strong>Torsten, vor drei Jahren wurde die Come-Out-Stiftung geboren. Das war Neuland und Kraftakt. Wie sieht Deine persönliche Bilanz aus?</strong></p>
<p>Die COME OUT! Stiftung war von Anfang an als Gemeinschaftsstiftung geplant, an der sich möglichst viele Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten beteiligen, aber auch Erfahrungen einbringen und mitmachen. Damit sind Abstimmung, Diskussionen und Koordination verbunden, aber auch die Arbeit wird auf mehrere Schultern verteilt. Das war gerade in der ersten Zeit sehr wichtig.</p>
<p>Persönlich freue ich mich über eine aktive und weiter wachsende Stifter*innengemeinschaft, die auch mal heftig diskutiert, aber sehr harmonisch und vertrauensvoll für das gemeinsame Ziel zusammen arbeitet.</p>
<p><strong>Die COME OUT! Stiftung unterstützt keine kurzfristigen Projekte, sondern den dauerhaften Bestand von Angeboten der Jugendarbeit für LSBTIN*. Ziel ist langfristiger Erhalt queerer Jugendinitiativen. Wie sind Eure Erfahrungen mit diesem Ansatz? Seid Ihr dem Ziel nähergekommen?</strong></p>
<p>Mit diesem Förderansatz schließen wir sehr bewusst eine Lücke. Es gibt eine Menge staatliche Stellen und Stiftungen, die insbesondere neue und innovative Projekte fördern, die dann aber zeitlich befristet sind.</p>
<p>Wir stärken hingegen dauerhaft die Basis der Initiativen. Die Projektpartner*innen erhalten von der Come-Out-Stiftung eine jährliche Förderung. Diese nutzen sie dann z.B. für die Miete ihres Treffs, die Kosten der Öffentlichkeitsarbeit oder auch die Schulung von Ehrenamtlichen. Die Initiativen wissen am besten, wo vor Ort der Schuh drückt und sind bei der Verwendung frei.</p>
<p>Öfter wird unsere Förderung benötigt, um die bei Projekt-förderungen geforderten Eigenanteile (oft zwischen 10 und 30 %) zu finanzieren. Wenn z.B eine Initiative für ein tolles Projekt 10.000 € benötigt, 9.000 € Förderung aber nur bekommt, wenn sie die übrigen 1.000 € &#8211; zusätzlich zum ehrenamtlichen Einsatz &#8211; selbst aufbringt, ist dies für Initiativen junger Menschen eine große Hürde. Mit unserer Basisförderung geben wir Initiativen teilweise erst die Möglichkeit, größere Projekte durchzuführen.</p>
<p>Derzeit unterstützen wir auf diese Weise sechs junge Initiativen in unterschiedlichen Bundesländern, mit denen wir jeweils im engen Kontakt stehen. Dieser Kontakt ist uns wichtig, um sicher zu sein, dass die Mittel bei jungen LSBTIN* ankommen und um mitzuerleben, wie sich die Initiativen entwickeln.</p>
<p><strong>Sichtbarkeit von queerem Leben soll ja auch in ländlichen Regionen viel mehr und offen möglich sein. Wie sind da Eure Erfahrungen, was hat sich bewegt?</strong></p>
<p>In ländlichen Regionen ist queeres Leben seltener sichtbar, wobei mir hier wichtig ist, deutlich zu machen, dass dies auch von Stadtteil zu Stadtteil in Großstädten sehr unterschiedlich ist. Während es in Metropolen aber erreichbare Inseln für Kontakt und Empowerment – z.B. queere Jugendgruppen – gibt, fehlen diese gerade in ländlich geprägten Regionen. Für mehr Sichtbarkeit im Alltag, brauchen wir überall selbstbewusste Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*Personen, Inter*Menschen und Nicht-Binäre.</p>
<p>Um dieses Selbstbewusstsein zu entwickeln, sind stärkende Gemeinschaften zentral. Daher ist uns so wichtig, auf Dauer angelegte Gemeinschaften zu stärken, die dann z.B. vor Ort kleine CSDs oder queere Stände bei Stadtfesten organisieren.</p>
<p>Zumindest in den Regionen, in denen wir uns engagieren, sehen wir Fortschritte bei der Akzeptanz durch Sichtbarkeit. Leider macht Sichtbarkeit auch Gegner*innen von Vielfalt aufmerksam. Gerade Initiativen aus östlichen Bundesländern berichten verstärkt von feindlichen Stimmungen und Einschüchterungsversuchen. Gerade hier bedarf es mehr Solidarität aller, diese Initiativen junger Menschen zu stärken.</p>
<p><strong>Viele Menschen aus der Community, teilweise sehr prominent &#8211; wie Lilo Wanders &#8211; haben sich der Stiftung angeschlossen und unterstützen sie. Hat Dich dieser Zuspruch überrascht? Sucht Ihr noch weitere Unterstützer*innen?</strong></p>
<p>Als Gründungsstifterin und Vorstandsmitglied ist Lilo Wanders besonders aktiv und hat die Come-Out-Stiftung bei allen ihren vielen Projekte mit im Gepäck. Das hilft natürlich sehr. Aber auch andere Stifter*innen sind sehr aktiv und werben für die Stiftung. Beinahe alle neuen Spender*innen und Stifter*innen werden über persönliche Bekanntschaften gewonnen. Dies ist super, und es überrascht mich nicht, dass es viele solidarische Menschen gibt, die bereit sind, die Come-Out-Stiftung zu unterstützen.</p>
<p>Überrascht hat mich, dass Flyer, Spendenaufrufe und Co. wenig Resonanz bringen und die persönliche Ansprache so zentral ist. Hier müssen wir uns als Stifter*innen immer wieder ein bisschen überwinden, um potentielle Unterstützer*innen aktiv anzusprechen.</p>
<p>Es wäre schön, wenn mehr Menschen aktiv auf die Come-Out-Stiftung zukommen würden, um unsere Idee mit einer Spende, Dauerspende, einem Vermächtnis oder auch einer Zustiftung zu unterstützen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Für queeres Leben sind  die AfD und ihr Umfeld  die größte Bedrohung“</title>
		<link>https://www.fresh-magazin.de/fuer-queeres-leben-sind-die-afd-und-ihr-umfeld-die-groesste-bedrohung</link>
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		<dc:creator><![CDATA[u57388865]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Nov 2025 11:20:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
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					<description><![CDATA[dd. Heidi Reichinnek (Die Linke) ist eine deutsche Politikerin. Seit Oktober 2021 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages und dort seit März 2025 Vorsitzende der Fraktion Die Linke. Zusammen mit Jan van Aken war sie Spitzenkandidatin der Linken bei der Bundestagswahl 2025. FRESH sprach mit ihr über aktuelle queerpolitische Fragen. Frau Reichinneck, der Bundesrat hat [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>dd. Heidi Reichinnek (Die Linke) ist eine deutsche Politikerin. Seit Oktober 2021 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages und dort seit März 2025 Vorsitzende der Fraktion Die Linke. Zusammen mit Jan van Aken war sie Spitzenkandidatin der Linken bei der Bundestagswahl 2025.<br />
FRESH sprach mit ihr über aktuelle queerpolitische Fragen.</p>
<p><strong>Frau Reichinneck, der Bundesrat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, einen Gesetzentwurf zur Änderung des Artikel 3 des Grundgesetzes beim Bundestag einzubringen. Ziel: ein Verbot der Diskriminierung von Queers verfassungsrechtlich verankern, so dass künftig auch queeres Leben explizit geschützt werden soll. Der Ball liegt jetzt beim Bundestag. Wie werden sich die Linken verhalten? Können wir davon ausgehen, dass alle Abgeordneten der Linken dafür stimmen werden?</strong></p>
<p>Die Position der Partei Die Linke steht seit jeher fest: Wir treten ein für die Ergänzung des Artikel 3 um die Merkmale der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität. Das ist ein Versprechen in unserem Wahlprogramm. Als Partei sind wir diesbezüglich seit vielen Jahren im engen Austausch mit den queeren Verbänden. Ob die Grundgesetzänderung Realität wird, liegt ausschließlich am Abstimmungsverhalten der CDU/CSU. Alle anderen Parteien haben diesbezüglich eine klare Position.</p>
<p><strong>Die Abspaltung eines Teils der Linken unter Sahra Wagenknecht hat u.a. wegen ihrer Transfeindlichkeit für starke Irritationen in der Community gesorgt. Wie sehr trug diese Politik Ihrer Meinung nach zum Niedergang dieser Neugründung bei? Kann die Community weiter darauf setzen, dass sich Die Linken ohne wenn und aber für queere Rechte einsetzen werden?</strong></p>
<p>Sahra Wagenknecht hat eine politische Entscheidung getroffen und die Ergebnisse sprechen für sich. Wagenknechts Kalkül, man könne wieder stark werden, indem man gesellschaftliche Minderheiten vor den Bus wirft, ist gescheitert. Wer menschenfeindliche Positionen will, der wählt die AfD. Dass Die Linke wieder auf die Beine gekommen ist, ist nicht zuletzt auch dem Rückhalt aus den queeren Communities zu verdanken. Dementsprechend haben queere Menschen auch berechtigte Erwartungen an unsere Partei. Der Kampf für die Rechte queerer Menschen ist wichtiger Bestandteil der Geschichte der Arbeiter*innenbewegung – vom Kampf gegen den Paragrafen 175 bis zum Selbstbestimmungsgesetz. Selbstverständlich werden wir die Belange queerer Menschen auch weiterhin ins Parlament und auf die Straße tragen.</p>
<p><strong>Die Gewalt gegen queere Menschen ist aktuell auf einem Höchststand. Wo sehen Sie die Ursachen und wie kann man gegensteuern und so queere Menschen besser schützen?</strong></p>
<p>Die seit Jahren zunehmende Hetze gegen queere Menschen trägt bedauerlicherweise Früchte. Dabei reden wir nicht nur von rechtsex-tremen oder religiös-fundamentalistischen Gruppen, sondern auch bürgerlichen Politiker*innen, die glauben, sie könnten mit Queerfeindlichkeit billigen Applaus abräumen. Die Tiraden rund um die Einführung des Selbstbestimmungsgesetzes waren dafür ein ekliges Beispiel. Wenn jetzt im Zusammenhang mit dem Bundesratsbeschluss zur Ergänzung des Diskriminierungsschutzes in Artikel 3 Grundgesetz auf queere Menschen wieder ganz tief in die rechte Mottenkiste gegriffen und queeres Leben in die Nähe von Pädophilie gerückt wird, dann wird dieser Trend damit fortgesetzt. Nicht zuletzt die Union steht hier in der Pflicht, den Flirt mit der extremen Rechten endlich einzustellen und den Kulturkampf auf dem Rücken queerer Menschen zu beenden. Darüber hinaus setzen wir als Die Linke auf Präventionsarbeit, insbesondere in Schulen, Beratungsangebote sowie auf die Stärkung solidarischer Strukturen aus den Communities heraus, etwa im Bereich der Opferhilfen oder des Selbstschutzes. Dafür müssen die entsprechenden Gelder bereitgestellt werden. Es kann nicht sein, dass in Zeiten klammer Kassen immer zuerst Community-Projekte plattgemacht werden.</p>
<p><strong>Sind Sie für ein komplettes AfD- Verbot? Kommt das nicht zu spät? Antisemitismus, Rassismus, NS-Relativierung, Queerfeindlichkeit und Geschlechtervorstellungen aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts sind dann immer noch in sehr vielen Köpfen in Deutschland verankert&#8230; </strong></p>
<p>Die AfD muss verboten werden &#8211; besser spät als nie. Hier geht es nicht zuletzt auch darum, den rechten Sumpf organisatorisch wie finanziell trocken zu legen. Für queeres Leben sind die AfD und ihr Umfeld die größte politische Bedrohung seit Bestehen der Bundesrepublik. Richtig ist aber, dass das Problem des Rechtsrucks sich nicht durch ein AfD-Verbot allein in Wohlgefallen auflöst. Studien legen einen Zusammenhang zwischen dem Erfolg rechter Parteien und steigender Mieten oder einer kaputten öffentlichen Infrastruktur, sei es bei Bahn, Schulen oder Krankenhäusern, nahe. Es braucht eine andere Politik. Deshalb tritt Die Linke für eine antifaschistische Wirtschaftspolitik ein, die Investitionen in öffentliche Gemeingüter, eine Erneuerung des Sozialstaats und die Interessen von Arbeitnehmer*innen ins Zentrum stellt.</p>
<p><strong>Wie können Sie weiter Druck auf die Bundesregierung machen bei der Reform des Abstammungsgesetzes? Muss die Diskriminierung v.a. lesbischer Eltern durch die erforderliche Stiefkindadoption nicht endlich beendet werden?</strong></p>
<p>Eine Reform des Abstammungsrechtes ist überfällig, und wir befassen uns mit dem Thema im Rahmen unserer parlamentarischen Arbeit. Dabei müssen nicht nur die Interessen lesbischer, sondern auch die von trans Eltern Berücksichtigung finden. Es gehört zu den großen Versäumnissen der Ampel-Regierung, dass dieses Thema komplett liegengeblieben ist. Schon beim alten Transsexuellengesetz waren es die Gerichte, die die Regierung zum Handeln zwingen mussten. Wenn die Bundesregierung nicht bald mal in die Gänge kommt, wird das auch hier der Fall sein.</p>
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