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	<title>Uncategorized &#8211; Fresh Magazin</title>
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	<description>Das Queer-Magazin für NRW</description>
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	<title>Uncategorized &#8211; Fresh Magazin</title>
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		<title>“… dass sie lesbisch ist, genügt, um  ihr das Sorgerecht wegzunehmen.”</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 20:30:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[dd. Bis in die 1990er Jahre konnten lesbische Mütter bei einer Scheidung das Sorgerecht für ihre Kinder verlieren &#8211; Im FRESH-Interview spricht Historikerin Kirsten Plötz (Foto) über ihre neue Studie und das Schicksal tausender betroffenen Frauen in Deutschland. Frau Plötz, in Deutschland wurden lesbischen Müttern früher ihre Kinder weggenommen. Wie wurde das damals begründet? Warum [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>dd. Bis in die 1990er Jahre konnten lesbische Mütter bei einer Scheidung das Sorgerecht für ihre Kinder verlieren &#8211; Im FRESH-Interview spricht Historikerin Kirsten Plötz (Foto) über ihre neue Studie und das Schicksal tausender betroffenen Frauen in Deutschland.</p>
<p><strong>Frau Plötz, in Deutschland wurden lesbischen Müttern früher ihre Kinder weggenommen. Wie wurde das damals begründet? Warum gab es kein Unrechtsbewusstsein?<br />
 </strong></p>
<p>Lesbische Liebe war an sich zwar nicht strafbar, galt aber lange Zeit als Unzucht. Eine gleichgeschlechtliche Beziehung der Mutter gefährdet das Kindeswohl, begründete z.B. das Oberlandesgericht Düsseldorf 1977 den Entzug des Sorgerechts. Das Kindeswohl konnte verschieden ausgelegt werden; so ließ das Amtsgericht Mettmann 1984 ein Kind bei der Mutter, die nach der Scheidung eine lesbische Beziehung eingegangen war, was wiederum auf Kritik stieß und auf andere Urteile traf. Ende der 1980er Jahre hieß es zu Recht, das Sorgerecht für lesbische Mütter sei wie russisches Roulette vor Gericht. Das war sogar in gewisser Weise eine Verbesserung, weil bis zur Reform 1977 eine Mutter, die durch ein lesbisches Verhältnis ‚Schuld‘ am Ende ihrer Ehe hatte, generell das Sorgerecht verlor.<br />
Auf vielen Ebenen wurde geschwiegen, weil dieses Unrecht nicht an einem speziellen Paragrafen hing, nirgendwo systematisch dokumentiert wurde und weil außerdem die Mütter das Sorgerecht eher behielten, wenn sie ihr lesbisches Leben strikt verleugneten. Viele Mütter blieben damit allein. </p>
<p><strong>Sie haben mit Betroffenen gesprochen und eine Studie dazu in NRW erarbeitet und gerade veröffenlicht. Was ist das Ergebnis Ihrer Forschung? </strong></p>
<p>Das Unrecht zeichnet sich immer deutlicher ab. Schon in der ersten Studie, mit Schwerpunkt Rheinland-Pfalz, wurde klar, wie eng das Ehe- und Familienrecht den Handlungsraum für lesbische Liebe einschnürte und wie sehr Mütter darunter litten. Das wurde nun noch deutlicher, und auch, welche Akteure dafür sorgten. Beim Blick auf Nordrhein-Westfalen zeigte sich außerdem, wie breit das in den Emanzipationsbewegungen aufgegriffen wurde. Weitere Fälle kamen hinzu, die das Gesamtbild erhellen. </p>
<p><strong>Wie geht es jetzt mit Ihrer Forschung weiter? Wird es irgendwann eine bundesweite Studie geben? Können sich Zeitzeug:innen und Betroffene bei Ihnen melden?</strong></p>
<p>Aktuell forsche ich über Sorgerechtsentzug in West-Berlin, zusammen mit Maria Bühner, die über Ost-Berlin forscht. Wer etwas dazu beitragen könnte, meldet sich bitte unter kontakt@sorgerecht-lesbischer-muetter.de. Nicht nur in Bezug auf Berlin, sondern für jede Region suche ich Zeitzeug*innen – betroffene Mütter, die Kinder, die Väter, Freund*innen, Sozialarbeiter*innen, Jurist*innen, Nachbar*innen und alle anderen, die irgendetwas von solchen Sorgerechtsentzügen mitbekommen haben. Es würde mich freuen, wenn sie sich melden und mir ihre Erinnerungen mitteilen und / oder Dokumente überlassen, selbstverständlich auf Wunsch komplett anonym. Stimmen und Dokumente zu sammeln, ist ein wichtiger Schritt. Bisher zeichnet sich eine bundesweite Studie leider nicht ab, aber ich hoffe darauf.</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="5ecacWWkC1"><p><a href="https://queeres-netzwerk.nrw/neue-broschuere-zum-forschungsbericht-zum-sorgerechtsentzug-bei-lesbischen-muettern-zwischen-1946-2000/">Neue Broschüre zum Forschungsbericht zum Sorgerechtsentzug bei lesbischen Müttern zwischen 1946-2000 </a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Neue Broschüre zum Forschungsbericht zum Sorgerechtsentzug bei lesbischen Müttern zwischen 1946-2000 &#8220; &#8211; Queeres Netzwerk NRW" src="https://queeres-netzwerk.nrw/neue-broschuere-zum-forschungsbericht-zum-sorgerechtsentzug-bei-lesbischen-muettern-zwischen-1946-2000/embed/#?secret=2dmCXCMlhU#?secret=5ecacWWkC1" data-secret="5ecacWWkC1" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
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		<title>Den Hass sichtbar machen und handeln</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Apr 2025 10:37:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[Den Hass sichtbar machen und handeln Was macht die neue Melde- und Informationsstelle Queer­feindlichkeit in NRW? dp. In Nordrhein-Westfalen gibt es jetzt eine vom Land finanzierte Meldestelle für queerfeindliche Diskriminierung. Träger ist das Queere Netzwerk NRW. Über Aufgaben und Ziele sprachen wir mit Laura Becker und Patrick Orth, Vorstände des Queeren Netzwerks NRW. Endlich ist [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Den Hass sichtbar machen und handeln</strong></p>
<p>Was macht die neue Melde- und Informationsstelle Queer­feindlichkeit in NRW?</p>
<p>dp. In Nordrhein-Westfalen gibt es jetzt eine vom Land finanzierte Meldestelle für queerfeindliche Diskriminierung. Träger ist das Queere Netzwerk NRW. Über Aufgaben und Ziele sprachen wir mit Laura Becker und Patrick Orth, Vorstände des Queeren Netzwerks NRW.</p>
<p><strong>Endlich ist es so weit und die Melde- und Informationsstelle MIQ NRW startet. Warum ist das so wichtig?</strong></p>
<p>Laura: Die Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit (MIQ NRW) will Queerfeindlichkeit in NRW sichtbar machen. Gerade im Alltag erlebte Diskriminierungserfahrungen tauchen bisher in kaum einer Statistik auf und das sogenannte Dunkelfeld ist riesig. Das liegt daran, dass es bisher keine Stelle gibt, die Meldungen systematisch annehmen kann. Hier setzen wir an und bitten queere Menschen darum, uns ihre erlebte Queerfeindlichkeit anonym zu berichten. Nach und nach soll so ein umfassenderes Bild von queerer Diskriminierung in NRW entstehen. Als Vorstand des Queeren Netzwerks NRW kann ich nur sagen: Das ist ein Meilenstein nordrhein-westfälischer Queerpolitik.</p>
<p><strong>Wer kann Meldungen bei Euch abgeben?</strong></p>
<p>Patrick: Alle Menschen, die Queerfeindlichkeit in NRW erlebt haben. Dazu zählt natürlich auch Online-Diskriminierung, sofern die Menschen in NRW leben. Ob der Vorfall in der Straßenbahn, in der Familie, im Beruf, im Sportverein oder eben bei Social Media passiert ist, spielt keine Rolle. Ganz im Gegenteil wollen wir ja die gesamte Gesellschaft in den Blick nehmen, weil queere Menschen überall Teil der Gesellschaft sind.<br />
Außerdem können Zeug*innen melden, wenn sie queerfeindliche Vorfälle beobachtet haben. Und natürlich nehmen wir auch Meldungen von Organisationen auf, z.B. wenn eine queere Selbsthilfegruppe angepöbelt wird, die Räumlichkeiten eines Queeren Zentrums beschmiert werden oder z.B. eine Gewerkschaft angefeindet wird, weil sie sich für trans*inklusive Arbeitsplätze einsetzt.</p>
<p><strong>Wie läuft eine Meldung genau ab?</strong></p>
<p>Laura: Eine Meldung bei uns ist schnell und unkompliziert. Sie kann jederzeit online auf www.miq.nrw getätigt werden. Das ist vom Computer zuhause genauso möglich, wie unterwegs vom Handy. Es dauert nur ein paar Minuten.<br />
Neben ein paar statistischen Daten geht es vor allem um die Beschreibung des Vorfalls, also was ist den Menschen passiert. In einem Freitextfeld kann die erlebte Queerfeindlichkeit in eigenen Worten ganz unkompliziert geschildert werden. Je genauer der Vorfall beschrieben wird, desto besser können wir ihn später auswerten. Wenn nicht mehr jedes Detail erinnert wird, ist das aber nicht schlimm. Namen, Ortsbezeichnungen oder identifizierbare Beschreibungen nehmen wir übrigens nicht auf. Die Meldung erfolgt immer komplett anonym und mit möglichst wenig Hürden.</p>
<p><strong>Was passiert mit den Meldungen?</strong></p>
<p>Patrick: Alle Meldungen werden zunächst vollständig anonymisiert, sollte doch noch irgendwo ein Name oder eine Adresse im Freifeld eingetragen worden sein. Die Auswertung erfolgt anhand eines mit der Wissenschaft entwickelten Auswertungstools. Einmal im Jahr werden wir die Meldungen in einem Bericht zusammenfassen und veröffentlichen. Über die Jahre lassen sich so auch Entwicklungen und Trends darstellen. Sprich: Wie weit sind wir in NRW beim Abbau von Queerfeindlichkeit eigentlich gekommen.<br />
Als MIQ NRW wollen wir auf Grundlage der Meldungen auch Diskriminierungsmuster aufdecken und Handlungsempfehlungen an Politik und Gesellschaft geben. In welchen Bereichen liegen besonders viele Meldungen vor und welche Maßnahmen könnten dagegen helfen? Auch Präventionsmaßnahmen können durch die Meldungen zielgruppenspezifisch entwickelt werden. Allerdings setzen wir diese Maßnahmen als MIQ NRW nicht selbst um – das ist dann Aufgabe der Politik.</p>
<p><strong>Wie verhält es sich mit dem Datenschutz?</strong></p>
<p>Patrick: Selbstverständlich werden alle Datenschutzvorgaben umfassend eingehalten. Bei jeder Meldung werden zunächst automatisiert alle technischen Hintergrundinformationen, wie z.B. die IP-Adresse, gelöscht. Aber auch, wenn personenbezogene Daten in Textfeldern auftauchen, werden diese gelöscht. Nachdem die Daten dann bereinigt wurden, werden sie in einer sicheren IT-Umgebung gespeichert. Für die Jahresberichte verwenden wir dann ausschließlich anonymisierte Daten – es kann also niemand wiedererkannt werden.</p>
<p><strong>Bietet Ihr auch Beratung für die Meldenden an?</strong></p>
<p>Laura: Manchmal kann erlebte Queerfeindlichkeit sehr belasten oder sogar traumatisieren. Hier ist es wichtig, dass Betroffene mit Freund*innen oder anderen Vertrauten sprechen – oft hilft das, um damit besser klarzukommen. Für einige kann professionelle Unterstützung zusätzlich ein guter Weg sein. MIQ NRW selbst bietet keine Beratung an, wir geben nach dem Meldevorgang aber Hinweise auf Beratungs- und Anlaufstellen in NRW.</p>
<p><strong>Unterstützt die Politik die Meldestellen?</strong></p>
<p>Laura: MIQ NRW wurde durch eine schwarz-gelbe Landesregierung initiiert und geht nun unter Schwarz-Grün an den Start. Die Meldestellen sind ein hervorragendes Instrument, um Queerfeindlichkeit in NRW zukünftig noch wirksamer abbauen zu können. Insofern ja: Wir nehmen wahr, dass sich alle demokratischen Fraktionen in NRW gegen Queerfeindlichkeit aussprechen, was ja Erfolg und Selbstverständlichkeit zugleich ist.</p>
<p><strong>Rechnet Ihr mit vielen Meldungen?</strong></p>
<p>Patrick: Ja! Wir wissen aus unserer Arbeit, wie verbreitet Queerfeindlichkeit noch immer ist. Während der Aufbauphase haben wir eine Umfrage gemacht, mit der wir herausfinden wollten, wann Menschen einen queerfeindlichen Vorfall melden würden. Wir hatten mit 200 Rückmeldungen gerechnet, tatsächlich kamen über 700 Antworten. Wir sind überzeugt, dass jede Meldung einen Unterschied macht. Deshalb ist es so wichtig, dass Diskriminierungserfahrungen gemeldet werden!</p>
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		<title>Friedrich Merz (CDU) im FRESH-Interview: „Meine Partei hat sich zum Glück gewandelt”</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jun 2023 11:11:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[dd. Friedrich Martin Josef Merz (* 11. November 1955 in Brilon) ist seit Januar 2022 Bundesvorsitzender der CDU und seit dem 15. Februar 2022 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und somit Oppositionsführer im 20. Deutschen Bundestag. Im FRESH-Interview stellte er sich u.a. unseren Fragen um das neue Selbstbestimmungsgesetz, Hassgewalt oder das Gendern. Herr Merz, wie wichtig sind [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>dd. Friedrich Martin Josef Merz (* 11. November 1955 in Brilon) ist seit Januar 2022 Bundesvorsitzender der CDU und seit dem 15. Februar 2022 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und somit Oppositionsführer im 20. Deutschen Bundestag. Im FRESH-Interview stellte er sich u.a. unseren Fragen um das neue Selbstbestimmungsgesetz, Hassgewalt oder das Gendern.</p>
<p><strong>Herr Merz, wie wichtig sind schwul-lesbische Wähler für die Christdemokraten? Kann die CDU bei diesem Thema ein hörenswertes Profil aufweisen?</strong></p>
<p>Die CDU ist Volkspartei und als solche wollen wir allen Bürgerinnen und Bürgern ein politisches Angebot unterbreiten. Es war wichtig, dass viele Nachteile und Diskriminierungen in den letzten Jahren abgebaut wurden. Und ja, auch meine Partei hat sich in den vergangenen Jahren – ich ergänze: zum Glück! – gewandelt. Wir alle haben dazugelernt. Ich befürworte es heute zum Beispiel, wenn schwule oder lesbische Paare Kinder adoptieren – denn die Zuwendung, die Kinder brauchen, hängt nicht davon ab, ob die Eltern homosexuell oder heterosexuell sind. Für die Anerkennung der Lesben und Schwulen in der CDU als Sonderorganisation habe ich mich seit Jahren eingesetzt. Dieser Vorschlag wurde beim letzten CDU-Parteitag im September 2022 mit großer Mehrheit angenommen. Das war ein wichtiges Signal. Schwule und Lesben sind damit in der Mitte der CDU angekommen. Die CDU ist eine Volkspartei, in der sich jeder Einzelne wiederfinden soll. Diese Sichtweise resultiert aus unserem christlichen Menschenbild, wonach jeder Mensch einzigartig und unverfügbar ist. Jedem ein freies und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, das ist unser Ziel. Konservativ zu sein heißt ja, auch immer offen zu sein für Neues und für gute Argumente – nur wer sich ändert, kann bestehen. Und gleichzeitig gilt es, Gutes zu bewahren. Identitätspolitische Sichtweisen, die unser Land in feindliche Gruppen unterteilen und das Kollektiv über das Individuum stellen, lehnen wir deshalb ab. Denn in den USA ist bereits zu beobachten, wohin aggressive Grabenkämpfe linker und rechter Identitätspolitiker führen: zu einer tief gespaltenen Gesellschaft.</p>
<p><strong>Hassgewalt nimmt immer mehr zu in Deutschland. Dabei gibt es einen dramatischen Anstieg der Hassdelikte gegen queere Menschen. Woran liegt das? Wie kann man dem entgegentreten? Sind Sie für die präzise Erfassung dieser Straftaten?</strong></p>
<p>Wir dürfen uns nicht damit abfinden, wenn in diesem Land Menschen diskriminiert, beleidigt oder angegriffen werden. Toleranz gegenüber Schwulen, Lesben und Transgendern muss deshalb im Rahmen von Programmen zur Gewaltprävention immer Thema sein. Auch die Ermittlungsbehörden sollten für die Aufklärung und Bekämpfung von Hassdelikten sensibilisiert werden. Alle Formen der Hasskriminalität wie Homo- und Transfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit und jedwede andere Diskriminierung werden bereits in der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik erfasst. Um gegen Schwule, Lesben und Transgender gerichtete Hasskriminalität besser vorzugehen, wurde am 1. Januar 2020 das Unterthemenfeld „Geschlecht/sexuelle Identität“ geschaffen. Eine Erweiterung des Gesetzestextes der §§ 46, 130 StGB um die Motive Homophobie und Transfeindlichkeit halte ich darüber hinaus aber nicht für erforderlich, weil der Gesetzgeber in der Gesetzesbegründung diese Personengruppe ausdrücklich als geschützt wissen wollte.</p>
<p><strong>Das Transsexuellengesetz ist Jahrzehnte alt, eine Reform ist unbestritten sinnvoll. Stimmen Sie dem neuen, jetzt unter dem Namen Selbstbestimmungsgesetz erarbeiteten Gesetzentwurf von der Regierung zu? Wenn nein, was würden Sie anders machen oder ändern?</strong></p>
<p>Wir prüfen die Anträge der Regierung gewissenhaft und machen es uns nicht einfach. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, und auch wir sehen Handlungsbedarf. Außer Frage steht: Den Betroffenen muss geholfen werden. Die Frage ist jedoch, wie wir das verantwortungsvoll, ernsthaft und respektvoll tun. Der Gesetzentwurf der Ampel sieht vor, dass Bürgerinnen und Bürger einmal jährlich ohne weitere Voraussetzungen den Geschlechtseintrag im Personenstandsregister und den Vornamen wechseln können. Bei Kindern bis 13 Jahren geben die Eltern die Erklärung ab; ab 14 stellen die Betroffenen den Antrag mit Zustimmung der Eltern. Ohne Zustimmung der Eltern kann ein Familiengericht entscheiden. Als Vater und Großvater tue ich mich damit schwer. Wer Kinder hat, weiß, wie herausfordernd gerade die Phase der Pubertät ist; da verändert sich das ganze Leben, die Kinderwelt gerät ins Wanken. Wir haben uns deshalb nicht ohne Grund Gesetze gegeben, die junge Menschen schützen sollen. Kindern und Jugendlichen darf kein Tabak und kein Alkohol verkauft werden. Sie erhalten keinen Zutritt zu Spielhallen. Auch der Kinobesuch nach 22 Uhr ist nicht erlaubt – egal welcher Film gezeigt wird. Es gibt klare Regeln zum Schutz vor Gefahren, vor gesundheitlichen Risiken, vor falschen Entscheidungen, vor schädlichen Einflüssen. Und ich möchte, dass wir diese Linie auch bei einer derart wichtigen Frage wie der nach der geschlechtlichen Identität befolgen. Um unsere Kinder vor voreiligen Entscheidungen zu schützen.</p>
<p><strong>Wie stehen Sie zu einem bundesweiten Aktionsplan gegen Homophobie? Wäre es nicht eine erstrebenswerte Zielsetzung, sich nicht nur der Förderung von Akzeptanz und Gleichstellung anzunehmen, sondern sich auch für die Anliegen von LSBTI als Querschnittsaufgabe in allen Fachpolitiken und gesellschaftlichen Bereichen einzusetzen und diese zu verankern? </strong></p>
<p>Wir nehmen jeden Menschen als Teil der Schöpfung an. In den letzten Jahren wurde viel für die Gleichberechtigung von Personen mit homo, inter- oder transsexueller Identität getan. Dennoch besteht an einigen Stellen weiterhin Regelungsbedarf, damit sie als gleichberechtigter Teil unserer Gesellschaft anerkannt und vor Diskriminierung geschützt sind. Auf Ebene der Bundesländer gibt es beispielhafte Aktionspläne und gute Ansätze für die Unterstützung von Schwulen, Lesben und Transgender und Maßnahmen gegen Hassgewalt, Homophobie und Transfeindlichkeit. Unser Ziel ist ein dauerhafter und effektiver Schutz vor Gewalt und Diskriminierung.</p>
<p><strong>Wie stehen Sie zu geschlechter-gerechter Sprache? Wäre eine Pflicht zum Gendern genauso absurd wie ein Verbot? Wo ist da Ihre Position?</strong></p>
<p>Privat soll jeder gendern, wie er will. Ich halte eine respektvolle und diskriminierungsfreie Ansprache für wichtig. Deshalb nehme ich mir die Zeit, ‚Bürgerinnen und Bürger‘ zu sagen. Aber in Behörden oder im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist die Gender-Sprache fehl am Platz. Denn erstens haben Ämter und öffentlich-rechtliche Sender keinen Volkserziehungsauftrag, sie sollten möglichst neutral sein. Und zweitens muss doch gerade dort die Sprache klar und nach Möglichkeit barrierefrei sein, und genau das ist die Nutzung von Binnen-Is, Doppelpunkten oder Gendersternchen nicht. Eine solche Sprache schließt Menschen mit Sprachbarrieren aus, sie ist also nicht inklusiv. Aus gutem Grund werden Texte in leichter Sprache – zum Beispiel die 18:00 Uhr-Nachrichten am Freitag im Deutschlandfunk, nicht gegendert. Im Übrigen wissen wir mit unserer Haltung die überwiegende Mehrheit im Land auf unserer Seite.</p>
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		<title>Kinotipp: Bis ans Ende der Nacht</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jun 2023 10:14:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kino-Tipp]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[Kinotipp: Bis ans Ende der Nacht Leni (Thea Ehre) ist frühzeitig aus der Haft entlassen worden, wo sie wegen Drogenhandels eingesessen hatte. Sie muss noch eine Fußfessel tragen und soll den Undercover-Polizisten Robert (Timocin Ziegler) mit ihrem ehemaligen Boss in Kontakt bringen, der hinter seinem Tonstudio seine kriminellen Machenschaften verbirgt. Pikant ist, dass Robert und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kinotipp: Bis ans Ende der Nacht</p>
<p>Leni (Thea Ehre) ist frühzeitig aus der Haft entlassen worden, wo sie wegen Drogenhandels eingesessen hatte. Sie muss noch eine Fußfessel tragen und soll den Undercover-Polizisten Robert (Timocin Ziegler) mit ihrem ehemaligen Boss in Kontakt bringen, der hinter seinem Tonstudio seine kriminellen Machenschaften verbirgt. Pikant ist, dass Robert und Leni ein Paar waren, als diese noch Lenard war. Robert hat Probleme mit der Transition seines Ex-Liebhabers, die die Undercover-Aktion zu gefährden drohen. Christoph Hochhäusler („Die Lügen der Sieger“) erzählt hier eine spannungsreiche Story aus dem Halbweltmilieu Frankfurts, in der die Transsexualität der Hauptfigur nur am Rande problematisiert wird, was die Geschichte umso glaubwürdiger macht. Die Österreicherin Thea Ehre, auch im wirklichen Leben eine Transfrau, ist eine wahre Wucht und gewinnt die Herzen des Publikums schon in den ersten Filmminuten – völlig zurecht wurde sie dafür auf der diesjährigen Berlinale mit dem Silbernen Bären belohnt. (deutsche Originalfassung)</p>
<p>FRESH-Wertung: 5 von 6 möglichen Sternen</p>
<p>Bundesstart am 22/06/23 u.a. im Eden Palast Aachen, Metropolis Bochum, Kinemathek Bonn, SweetSixteen Dortmund, Bambi Düsseldorf, Filmkunstkinos Essen, Odeon, Filmpalette und Lichtspiele Kalk Köln, Scala Leverkusen, Cinema Münster und Cinema Wuppertal.</p>
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		<title>Kinotipp: All the Beauty and the Bloodshed</title>
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		<pubDate>Wed, 31 May 2023 17:43:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kino-Tipp]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[Kinotipp: All the Beauty and the Bloodshed fb. Die Fotografin Nan Goldin (Jahrgang 1953) gehört zu den wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart. Bekannt wurde sie Ende der 1970er Jahre, als sie ihre Freunde und Bekannte aus der New Yorker Subkultur in stimmungsvollen Momentaufnahmen festhielt, darunter auch viele Drags, Prostituierte und Schwule. Eine Goldin-Ausstellung über das Sterben [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kinotipp: All the Beauty and the Bloodshed</strong></p>
<p>fb. Die Fotografin Nan Goldin (Jahrgang 1953) gehört zu den wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart. Bekannt wurde sie Ende der 1970er Jahre, als sie ihre Freunde und Bekannte aus der New Yorker Subkultur in stimmungsvollen Momentaufnahmen festhielt, darunter auch viele Drags, Prostituierte und Schwule. Eine Goldin-Ausstellung über das Sterben an AIDS war in den 1980er Jahren die weltweit erste zu dieser Thematik überhaupt. In den letzten Jahren ist sie insbesondere als Aktivistin ihrer Selbsthilfeinitiative P.A.I.N. in Erscheinung getreten, die gegen Schmerzmittelabhängigkeit kämpft und dabei die Sackler-Familie ins Visier genommen hat, deren Pharmakonzern für hunderttausende Tote verantwortlich ist.</p>
<p>Laura Poitras hat Nan Goldin über Jahre hinweg mit der Kamera begleitet und liefert uns damit tiefgründige Einblicke in deren Werk, ihre Beweggründe und ihre Ansichten. Goldin sind Stigmatisierungen ein Dorn im Auge, und dieser in Venedig mit dem Goldenen Löwen prämierte Dokumentarfilm lässt uns teilhaben an ihrer zutiefst humanitären und gerechten Weltsicht.</p>
<p>(englische Originalfassung mit dt. UTs) Bundesstart am 25/05/23 u.a. im Apollo Aachen, Kamera Bielefeld, Casablanca Bochum, SweetSixteen Dortmund, Bambi Düsseldorf, Cinenova, Filmhaus, Odeon und OFF Broadway Köln, Cinema Münster und Cinema Wuppertal.</p>
<p>Unsere Wertung: 6 von 6 Punkten.</p>
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		<title>Fröhlich-bunte Sommershow im GOP-Varieté Bonn</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2021 19:47:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[GOP-Varieté Bonn: Endlich Sonne, Freiheit, Camping! dp. Das GOP Varieté-Theater Bonn ist wieder da und zeigt noch bis zum 12. September passend zur Sommerzeit die fröhlich bunte Show „Camping“. Denn das beliebte Varieté-Theater bringt das Camping Feeling direkt auf die GOP Bühne. Die kanadische Regisseurin Geneviève Kérouac hat sich mit ihrem Weltklasse-Artistik-Ensemble dem Biotop von [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>GOP-Varieté Bonn: Endlich Sonne, Freiheit, Camping! </strong></p>
<p>dp. Das GOP Varieté-Theater Bonn ist wieder da und zeigt noch bis zum 12. September passend zur Sommerzeit die fröhlich bunte Show „Camping“. Denn das beliebte Varieté-Theater bringt das Camping Feeling direkt auf die GOP Bühne. Die kanadische Regisseurin Geneviève Kérouac hat sich mit ihrem Weltklasse-Artistik-Ensemble dem Biotop von Klappstühlen, Freiheit, Liebe, Intrige und Grillkohle angenommen: Alle Jahre wieder treffen sich die Helden dieser Show auf ihrer Parzelle – in Erwartung großer Ereignisse. Und die bleiben nicht aus … Wenn auf Wäscheleinen balanciert, mit Grill-Zubehör jongliert und der Raum über den Wohnwagen plötzlich akrobatisch erobert wird, dann sind die Gäste mittendrin in der GOP-Camping-Welt. Bester Artist: Colin André-Heriaud. Fazit: Mit dem sehr freundlichen Personal, klasse Essen und fazinierendem Ambiente und natürlich der wirklich sehenswerten Show wird „Camping” zu einem wunderbaren Abend, der nach der langen kulturellen Pandemiepause die Herzen höher schlagen lässt. Auch ideal als Geschenk, um mit Jemanden, den man lange nicht getroffen hat, einen wünderschönen Abend zu verbringen. Infos &#038; Karten: www.variete.de</p>
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