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	<title>Interview &#8211; Fresh Magazin</title>
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	<description>Das Queer-Magazin für NRW</description>
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	<title>Interview &#8211; Fresh Magazin</title>
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		<title>„Nicht von bürgerlichen Parteien durch Pinkwashing spalten oder abspeisen lassen”</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2026 18:12:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Interview: Alexandra Mehdi und Sebastian Merkens, Spitzen-Duo für die Linken in NRW, zur kommenden Landtagswahl dd. Für die Landtagswahl im Frühjahr 2027 hat die Linke NRW ihr Spitzenduo nominiert. Es sind Alexandra Mehdi und Sebastian Merkens, die vom Landesvorstand bei seiner Sitzung im April für die Spitze der Partei ausgewählt wurden. FRESH sprach mit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Interview: Alexandra Mehdi und Sebastian Merkens, Spitzen-Duo für die Linken in NRW, zur kommenden Landtagswahl</strong></p>
<p>dd. Für die Landtagswahl im Frühjahr 2027 hat die Linke NRW ihr Spitzenduo nominiert. Es sind Alexandra Mehdi und Sebastian Merkens, die vom Landesvorstand bei seiner Sitzung im April für die Spitze der Partei ausgewählt wurden. FRESH sprach mit ihnen über aktuelle queerpolitische Themen.</p>
<p><strong>Sie treten als Spitzenduo der Linken NRW zur Landtagswahl 2027 an. Warum sollten sich queere Menschen in Nordrhein-Westfalen gerade für Die Linke entscheiden? Was unterscheidet Ihre Partei in der Queerpolitik von den anderen demokratischen Parteien?</strong></p>
<p><strong>Alexandra Mehdi:</strong> Für uns ist Queerpolitik keine Nischenpolitik, sondern eine Frage von Menschenrechten, sozialer Gerechtigkeit und Demokratie. Wir kämpfen nicht nur gegen Diskriminierung, wir sehen auch die Ursachen von Ausgrenzung. Wer queere Rechte ernst nimmt, muss Beratungsstellen dauerhaft finanzieren. Es müssen Schutzräume geschaffen und die Gesundheitsversorgung verbessert werden. Wir wollen dafür sorgen, dass queere Menschen unabhängig von ihrem Einkommen, ihrer Herkunft oder ihrem Wohnort gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Wir wollen queere Selbstorganisationen strukturell fördern, die queere Infrastruktur dauerhaft absichern und<br />
Queerpolitik als Querschnittsaufgabe in der Landesregierung verankern. Es muss endlich Schluss sein, dass die Lebensrealität queerer Menschen nach wie vor von Ausgrenzung, struktureller Benachteiligung und einer erhöhten Gefährdung durch Hasskriminalität geprägt ist. Deswegen heißt es für uns: klare Kante gegen rechts: der Kampf gegen die AfD ist auch ein Kampf für queeres Leben.</p>
<p><strong>Sebastian Merkens:</strong> Alex hat völlig recht mit der Aussage, dass der Kampf gegen rechts existenziell ist. Aus meiner über 20-jährigen Erfahrung in der schwulen Emanzipationsbewegung füge ich noch hinzu, dass wir uns auch nicht von bürgerlichen Parteien durch Pinkwashing spalten oder abspeisen lassen dürfen. Als ich beispielsweise im Rat in Mönchengladbach das Beflaggen des Rathauses zum CSD beantragte, war die SPD dagegen und die Grünen hatten das Thema schlicht verschlafen. Heute schmücken sie sich damit. Aktuell blockiert die CDU erstmal gefühlt aus Prinzip, und die Grünen nicken als Regierungspartner in NRW alle Haushaltskürzungen ab, die unsere Strukturen gefährden. Wir als Linke stehen für die harte soziale Absicherung der gesamten Szene, wir lassen nicht zu, dass „akzeptierte“ schwul-lesbische Angebote gegen die Bedürfnisse marginalisierterer queerer Gruppen ausgespielt werden.</p>
<p><strong>Wie beurteilen Sie die Queerpolitik der aktuellen Landesregierung? Wenn Sie nach der Landtagswahl in den Landtag einziehen, welche queerpolitischen Vorhaben hätten für Sie oberste Priorität?</strong></p>
<p><strong>Alexandra Mehdi:</strong> Ganz ehrlich: das, was die Landesregierung auf den Weg gebracht hat, reicht angesichts der steigenden queerfeindlichen Gewalt und der zunehmenden Angriffe von rechts auf queere Einrichtungen und Veranstaltungen nicht aus. Viele Projekte arbeiten weiterhin unter unsicheren finanziellen Bedingungen, insbesondere außerhalb der Großstädte bestehen erhebliche Versorgungslücken.<br />
Unsere Priorität ist deshalb, die queere Infrastruktur dauerhaft und verlässlich abzusichern. Dazu gehören u.a. der Ausbau regionaler Beratungs- und Begegnungsstellen, insbesondere für trans, inter und nicht-binäre Menschen und die strukturelle Förderung queerer Selbstorganisationen. Es kann doch nicht sein, dass die dort Arbeitenden neben ihrer so wichtigen Arbeit sich hinsichtlich der Finanzierung von Jahr zu Jahr hangeln ohne Verbindlichkeit.</p>
<p><strong>Sebastian Merkens:</strong> Schwarz-Grün liefert schöne Bilder, aber wenn es ums Geld geht, wird gekürzt. Wenn Mittel knapper werden, wächst die Gefahr, dass die queere Szene sich um die Reste streitet. Genau diese Spaltung will ich verhindern. Meine persönliche Priorität als Abgeordneter wäre es, Queerpolitik aus der Nische zu holen. Das Referat für gleichgeschlechtliche Lebensweisen muss direkt an die Staatskanzlei angegliedert werden. Nur so wird queeres Leben zur verbindlichen Querschnittsaufgabe für alle Ministerien und kann nicht länger weggespart werden.</p>
<p><strong>Außerhalb der Großstädte fehlt es vielerorts noch immer an Beratungs-, Begegnungs- und Unterstützungsangeboten für queere Menschen. Welche Maßnahmen würden Sie ergreifen, um insbesondere im ländlichen Raum eine flächendeckende queere Infrastruktur aufzubauen?</strong></p>
<p><strong>Alexandra Mehdi:</strong> Wir wollen den landesfinanzierten Ausbau regionaler Beratungs- und Begegnungsstellen vorantreiben – insbesondere in ländlichen Regionen. Dazu gehören spezialisierte Beratungsangebote für trans, inter und nicht-binäre Menschen ebenso wie Angebote für queere Jugendliche und ältere Menschen. Gleichzeitig wollen wir queere<br />
Selbstorganisationen dauerhaft strukturell fördern, damit sie langfristig planen können. Auch im ländlichen Raum und in kleinen Kommunen braucht es Unterstützung beim Aufbau queerer Netzwerke, Begegnungsorte und kultureller Angebote. Niemand sollte für Beratung oder einen sicheren Treffpunkt viele Kilometer in die nächste Großstadt fahren müssen.</p>
<p><strong>Sebastian Merkens:</strong> Als Kommunalpolitiker in Mönchengladbach weiß ich, dass die Lebensrealität abseits der Großstädte wie Köln eine andere ist. Wir brauchen flächendeckend landesfinanzierte Beratungsstellen, die für alle Generationen da sind. Vom queeren Jugendtreff bis zu Angeboten gegen die Vereinsamung queerer Senior*innen. Queeres Leben darf in NRW nicht in Großstadt und ländlicher Raum gespalten sein. Da insbesondere viele junge Menschen eine erweiterte Lebensrealität im digitalen Raum gefunden haben, kann ein demokratisch organisierter Ausbau solchen Angebotsstrukturen schnell Abhilfe bringen.</p>
<p><strong>Christopher Street Days sind längst nicht mehr nur Demonstrationen in den Metropolen, sondern auch in kleineren Städten wichtige Zeichen für Sichtbarkeit und Demokratie. Sollte das Land NRW die Finanzierung von CSDs dauerhaft absichern und insbesondere kleinere Veranstaltungen stärker unterstützen? Wie bewerten Sie die bisherige Förderpolitik der Landesregierung?</strong></p>
<p><strong>Alexandra Mehdi</strong>: Die bisherige Förderpolitik der Landesregierung reicht nicht aus. Sie ist nicht ausreichend langfristig angelegt. Die bisherige Förderung der CSDs wird der Bedeutung dieser Veranstaltungen für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht gerecht, insbesondere weil die CSDs immer stärker mit rechtsextremen Bedrohungen konfrontiert werden. Gerade kleinere CSDs leisten häufig unter schwierigen Bedingungen wichtige politische Arbeit. Deshalb wollen wir die Landesförderung für CSDs langfristig verstetigen und insbesondere kleine Veranstaltungen dauerhaft finanziell absichern. Das schafft Planungssicherheit und stärkt das ehrenamtliche Engagement vor Ort.</p>
<p><strong>Sebastian Merkens:</strong> Absolut, das Land muss hier dauerhaft unterstützen. Ich habe selbst jahrelang einen alternativen CSD organisiert, bei dem wir bewusst auf die Abwesenheit von Konsumzwang geachtet haben. Das war nur mit dem finanziellen und ideellen Engagement von sehr vielen umsetzbar. Klar ist jedoch, dass eine weitere Kommerzialisierung unsere Community spaltet, weil Sichtbarkeit und Teilhabe dann ausschließlich vom eigenen Geldbeutel abhängen. Ein CSD muss für alle inklusiv sein. Die aktuelle Förderpolitik der Landesregierung ist oft nur ein unsicherer Tropfen auf den heißen Stein. Wir müssen gerade die kleinen CSDs finanziell absichern, damit sie sich auf ihre politische Arbeit konzentrieren können, statt Sponsoren hinterherzulaufen.</p>
<p><strong>Die Zahl queerfeindlicher Straftaten steigt seit Jahren. In NRW sind die angezeigten politisch rechts motivierten Straftaten im Jahr 2025 erneut angestiegen – von 5641 Taten in 2024 auf 6268 im Jahr 2025, das ist ein Plus von rund 11 Prozent. Gleichzeitig nehmen rechtsextreme Mobilisierungen gegen CSDs und Queere Angebote zu. Welche konkreten Maßnahmen braucht Nordrhein-Westfalen, um queere Menschen besser zu schützen? Wie bewerten Sie die Einführung des Landesantidiskriminierungsgesetz(LADG)?</strong></p>
<p><strong>Alexandra Mehdi:</strong> Diese Entwicklung ist alarmierend. Gleichzeitig wissen wir, dass viele Betroffene Übergriffe erst gar nicht anzeigen. Deshalb braucht es sowohl besseren Schutz als auch niedrigschwellige Unterstützung. Wir wollen das Landesantidiskriminierungsgesetz weiterentwickeln und stärken. Was meinen wir damit? Wir finden, dazu gehören unabhängige kommunale Beratungsstellen mit kostenloser Rechtsberatung, eine Ausweitung des Geltungsbereichs sowie ein vereinfachtes Klagerecht für Verbände. Wir wollen die Erfassung queerfeindlicher Straftaten verbessern und unabhängige Melde- und Opferberatungsstellen dauerhaft absichern. Besonders wichtig ist uns außerdem, Schutzlücken für queere Menschen zu schließen. Wir wollen spezialisierte Anlaufstellen sowie inklusive Krisenwohnungen und Notunterkünfte schaffen und bestehende Frauenhäuser und Gewaltschutzeinrichtungen personell, baulich und fachlich so stärken, dass sie allen von geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt betroffenen Menschen offenstehen.</p>
<p><strong>Sebastian Merkens:</strong> Als schwuler Mann erlebe ich mit großer Sorge, dass das offene Händchenhalten auf der Straße für mich wieder gefährlicher wird. Die Zahl queerfeindlicher Straftaten ist 2025 in Nordrhein-Westfalen um 28 Prozent gestiegen – das ist ein Alarmsignal. Besonders betroffen sind hier transgeschlechtliche Menschen. Was wir als Linke zudem fordern, ist beispielsweise die Polizei zu einer bürgernahen und diskriminierungsarmen Institution zu entwickeln. Betroffene von Hasskriminalität brauchen eine Justiz, der sie bedingungslos vertrauen können, sowie unabhängige Melde- und Opferberatungsstellen vor Ort.</p>
<p><strong>Vor dem Cologne Pride hat Ihre Partei den Ausschluss von BSW und LSU von der offiziellen CSD-Teilnahme gefordert und dies mit queerpolitischen Positionen beider Organisationen begründet. Wie bewerten Sie die Entscheidung des Cologne Pride? Wie stehen Sie zu den verbalen Angriffen gegenüber den Teilnehmern des LSU-Demowagen?</strong></p>
<p><strong>Alexandra Mehdi:</strong> Christopher Street Days sind politische Veranstaltungen mit klaren Werten. Es ist Aufgabe der jeweiligen Veranstalter*innen zu entscheiden, welche Organisationen diese Werte vertreten. Diese Entscheidung respektieren wir. Der Cologne Pride hat das BSW von der offiziellen Teilnahme ausgeschlossen und begründete die Entscheidung damit, dass die Positionen des BSW nicht mit den Grundsätzen, Zielsetzungen und dem Selbstverständnis des CSD vereinbar seien. Diese Entscheidung verdient unsere Unterstützung. Das BSW hat sich wiederholt gegen die Selbstbestimmung von trans Menschen positioniert, Debatten über geschlechtliche Vielfalt diskreditiert und damit Narrative bedient, die zunehmend von rechten und rechtsextremen Kräften aufgegriffen wird.<br />
Zur LSU: sie mag sich ja als Interessenvertretung queerer Menschen innerhalb der Union präsentieren, sie bleibt jedoch Teil einer Partei, die über Jahre hinweg die vollständige rechtliche Gleichstellung queerer Menschen verzögert oder gar bekämpft hat. Wenn queerfeindliche Angriffe zunehmen, braucht es keine Regenbogenfassade für konservative Politik, sondern eine klare Haltung.</p>
<p><strong>Sebastian Merkens:</strong> Hier zeigt sich am deutlichsten, dass wir uns als queere Szene nicht spalten lassen dürfen. Wenn das BSW gegen trans* Menschen hetzt oder die LSU einer Partei angehört, die unsere Gleichstellung jahrzehntelang blockiert hat, dann ist das ein Angriff auf die gesamte queere Familie. Ein Angriff auf trans* Rechte ist auch ein Angriff auf mich als schwulen Mann, denn ich bin Teil dieser queeren Familie. Wer einen Teil unserer Community marginalisiert, hat auf einem CSD nichts verloren. Körperliche Übergriffe lehne ich selbstverständlich ab, aber ein lautstarker, klarer politischer Gegenprotest gegen reaktionäre Kräfte auf unseren Demonstrationen ist unser gutes Recht und dringend notwendig. Und viele Schilder und Sprechchöre am Rand der Demonstration waren kreativer Ausdruck einer queeren Selbstbemächtigung, die ich vollauf unterstütze.</p>
<p><strong>Viele queere Projekte beklagen, dass ihre Finanzierung von jährlichen Haushaltsentscheidungen abhängt und langfristige Planung kaum möglich ist. Sollte Nordrhein-Westfalen die Förderung queerer Selbstorganisationen dauerhaft gesetzlich oder institutionell absichern?</strong></p>
<p><strong>Alexandra Mehdi:</strong> Ja, queere Beratungsstellen, Jugendangebote, Kulturprojekte und Selbstorganisationen übernehmen gesellschaftliche wichtige Aufgaben, auf die sich viele Menschen verlassen. Diese Arbeit darf nicht von kurzfristigen Haushaltsentscheidungen abhängen. Deshalb wollen wir die strukturelle Förderung queerer Selbstorganisationen verstetigen und ausbauen. Dazu gehören mehrjährige Förderzusagen und institutionelle Förderung dort, wo dauerhaft wichtige Aufgaben übernommen werden. Das gilt auch für Einrichtungen wie die ARCUS-Stiftung, deren Arbeit für Bildung, Erinnerungskultur und die Aufarbeitung der Verfolgung queerer Menschen unverzichtbar ist. Ihre verlässliche Finanzierung verstehen wir auch als Teil der kollektiven Entschädigung für jahrzehntelange staatliche Diskriminierung.</p>
<p><strong>Sebastian Merkens:</strong> Ja, zwingend. Dieses jährliche Hoffen und Bangen zermürbt das Ehrenamt. Das weiß ich aus meiner eigenen politischen und aktivistischen Arbeit nur zu gut. Ich setze mich besonders für die dauerhafte Finanzierung der ARCUS-Stiftung ein. Deren Arbeit ist nicht nur ein Projekt, sondern ein unverzichtbarer Teil der kollektiven staatlichen Entschädigung, gerade auch für die jahrzehntelange Verfolgung schwuler Männer. Die Umsetzung von Menschenrechten darf nicht von der Kassenlage abhängen.</p>
<p><strong>Queerpolitik wird häufig auf Antidiskriminierung reduziert. Die Linke betont dagegen, dass soziale Gerechtigkeit und Queerpolitik zusammengehören. Was bedeutet das konkret? Welche Antworten haben Sie auf Probleme wie Armut, Wohnungslosigkeit, prekäre Beschäftigung oder Diskriminierung im Gesundheitswesen, von denen viele queere Menschen besonders betroffen sind?</strong></p>
<p><strong>Alexandra Mehdi:</strong> Queerpolitik endet für uns nicht beim Diskriminierungsschutz. Queere Menschen sind überdurchschnittlich häufig von Armut, Wohnungsnot, prekären Arbeitsverhältnissen oder Benachteiligungen im Gesundheitswesen betroffen. Deshalb gehören soziale Gerechtigkeit und Queerpolitik untrennbar zusammen. Wir wollen eine diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung mit wohnortnahen Angeboten für queere Menschen, queere Gesundheit als festen Bestandteil medizinischer Aus- und Weiterbildung sowie den Ausbau psychosozialer Beratungsangebote und queerer Gesundheitszentren, Familien mit intersexuellen Kindern sollen unabhängige Beratung erhalten. Gleichzeitig setzen wir uns für bezahlbaren Wohnraum, eine starke öffentliche Daseinsvorsorge und den Ausbau von Schutzangeboten für queere Menschen ein, die von häuslicher Gewalt oder Wohnungslosigkeit betroffen sind. Wir wollen Angebote gegen die Vereinsamung queerer Senior*innen fördern, queere Clubs und Bars als Kulturorte erhalten und Behörden diskriminierungsfrei gestalten.</p>
<p><strong>Sebastian Merkens:</strong> Ergänzend dazu rücke ich die Themen Gesundheit und Flucht in den Fokus, wo unsere Community ebenfalls politisch im Stich gelassen wird. Wir fordern den massiven Ausbau von Gesundheits- und Beratungszentren wie der AIDS-Hilfe und die psychosoziale Begleitung für trans*, inter- und nicht-binäre Menschen. Zudem lehnen wir das Konzept der „sicheren Herkunftsländer“ strikt ab. Queere Geflüchtete sind dort oft massiver Kriminalisierung ausgesetzt. Wir wollen Anlaufstellen für queere Geflüchtete ausbauen. Wirkliche Befreiung bedeutet: Niemand aus unserer Familie wird zurückgelassen – ungeachtet der Herkunft, des Alters oder der Identität.</p>
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		<title>„Queere Strukturen brauchen Verlässlichkeit,  keine Förderung auf Zuruf”</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 20:09:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Interview: Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen dd. Mona Neubaur ist stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie agiert seit Juni 2022 als Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen im Kabinett Wüst. Bei der Landtagswahl 2022 in Nordrhein-Westfalen trat sie als Spitzenkandidatin der Grünen an. Anlässlich der kommenden Landtagswahl in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Interview: Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen</strong></p>
<p>dd. Mona Neubaur ist stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie agiert seit Juni 2022 als Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen im Kabinett Wüst. Bei der Landtagswahl 2022 in Nordrhein-Westfalen trat sie als Spitzenkandidatin der Grünen an. Anlässlich der kommenden Landtagswahl in NRW gab sie FRESH ein Interview zur queerpolitschen Lage und den erreichten Zielen.</p>
<p><strong>Frau Neubar, wie beurteilen Sie die bisherige Queerpolitik der Landesregierung, darunter auch die Arbeit von Frau Paul bis zu ihrem Rücktritt? Wie wichtig ist Ihnen und der CDU in der Koalition die Förderung von Vielfalt und Diversity in NRW?</strong></p>
<p>Diese Koalition hat queerpolitisch echte Substanz geliefert – das Landesantidiskriminierungsgesetz, den Aufbau der Landesfachstelle Queere Anti-Gewalt-Arbeit (QUAGA), die CSD-Förderung. Das ist kein Selbstläufer in einer Koalition mit der CDU, das ist das Ergebnis grüner Verhandlungsführung. Josefine Paul hat diesen Kurs mit großem persönlichem Einsatz geprägt. Ihr Rücktritt war ein herber Verlust – auch für die queerpolitische Arbeit. Was bleibt, sind die Strukturen, die wir gemeinsam aufgebaut haben, und mein klares Bekenntnis: Dieser Kurs geht weiter. Vielfalt ist kein Nischenthema, sondern ein Kernbestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts – und das ist für mich und die Grünen in NRW nicht verhandelbar.</p>
<p><strong>Werden Sie in einer erneuten Koalition mit Herrn Wüst die Queerpolitik als wichtiges Aktionsfeld weiter fördern und dabei den gesetzlichen Schutz vor Diskriminierung weiterentwickeln? Wie beurteilen Sie das neue Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG)?</strong></p>
<p>Ich bin überzeugt: Was in dieser Koalition möglich war, zeigt, was in einer nächsten möglich sein kann – wenn der politische Wille da ist. Und der ist auf unserer Seite vorhanden – und übrigens nicht nur dort. Erst Anfang Juni hat Ministerpräsident Wüst selbst im Namen der Landesregierung 15 Persönlichkeiten mit dem Verdienstorden des Landes für ihr Engagement für queere Rechte und ein offenes, vielfältiges Miteinander ausgezeichnet. Das zeigt mir: Diese Wertschätzung wird in der Koalition über Parteigrenzen hinweg getragen, und genau darauf will ich aufbauen. Das Landesantidiskriminierungsgesetz ist dafür ein gutes Beispiel. Es schließt eine echte Schutzlücke: Bisher galt das AGG nur im Privatrecht – künftig können sich Menschen auch gegen Diskriminierung durch staatliche Stellen wehren. Das ist überfällig. Erfahrungen aus Berlin zeigen: Es gibt keine Klagewelle, aber es gibt Anerkennung und Handlungssicherheit für Betroffene. Genau darum geht es. Eine Fortführung der Koalition bedeutet für mich: diesen Kurs halten und ausbauen.</p>
<p><strong>Ist die finanzielle Absicherung queerer Infrastruktur und der konsequente Ausbau von Beratungs- und Hilfsangeboten im gesamten Bundesland weiter ein Kernpunkt grüner Politik in NRW? Auch nach der kommenden Landtagswahl im nächsten Jahr?</strong></p>
<p>Ja, absolut. Queere Infrastruktur ist keine freiwillige Kür, sondern staatliche Verantwortung. Beratungsstellen, Fachstellen, Anlaufpunkte für Trans- und Inter*-Menschen: Das sind Lebensadern für viele Menschen in NRW. Wir haben in dieser Legislatur Strukturen aufgebaut, die bundesweit einmalig sind – etwa die QUAGA-Fachstelle für queere Anti-Gewalt-Arbeit mit einer gesicherten Förderung von 160.000 Euro jährlich. Diese Strukturen müssen dauerhaft gesichert sein, nicht abhängig vom jeweiligen Haushaltsjahr. Das ist für mich eine Frage politischer Glaubwürdigkeit.</p>
<p><strong>Stichwort „CSDs sind weit mehr als bunte Feste”. Die Förderung für unsere Straßenfeste wurde ja unter Schwarz-Grün eingeführt, aber dann auch gleich wieder runter gekürzt. Was können wir von Ihnen bei einer Fortführung der Regierungskoalition an Unterstützung der NRW-CSDs weiterhin erwarten?</strong></p>
<p>CSDs sind politische Demonstrationen – für Sichtbarkeit, für Würde, gegen Diskriminierung. Dass wir als Land inzwischen 36 CSDs in ganz NRW fördern, ist ein Fortschritt, auf den ich stolz bin. Gleichzeitig höre ich sehr deutlich, was mir aus der Community zurückgemeldet wird: Sponsoring bricht weg, Kosten steigen, und ohne die Landesförderung würden manche CSDs schlicht nicht stattfinden. Das zeigt mir: Wir müssen diese Förderung verstetigen und verlässlicher machen. Dass es immer mehr kleine CSDs in kleinen Orten gibt – das ist auch ein Zeichen dafür, wie wichtig diese Sichtbarkeit gerade jetzt ist. Das werden wir im Blick behalten.</p>
<p><strong>Ein wichtiges Thema ist die Gewalt gegen queere Menschen. In NRW sind die angezeigten politisch rechts motivierten Straftaten im Jahr 2025 erneut angestiegen – von 5641 Taten in 2024 auf 6268 im Jahr 2025, das ist ein Plus von rund 11 Prozent. Ist das nicht erschreckend? Welche Strategien hat die NRW-Landesregierung?</strong></p>
<p>Die Zahlen sind alarmierend, und ehrlich gesagt machen sie mir Sorgen. Allein die politisch motivierten Straftaten gegen queere Menschen in NRW haben sich seit 2020 fast versiebenfacht: von 37 auf 284 Delikte im Jahr 2025. Das ist kein statistisches Rauschen, das ist eine gesellschaftliche Entwicklung, die wir ernst nehmen müssen. Was mich besonders beunruhigt: Queerfeindlichkeit ist laut Verfassungsschutz ein aktives Mobilisierungsinstrument rechtsextremer Bewegungen gezielt eingesetzt, um junge Menschen zu rekrutieren. Darauf brauchen wir eine klare Antwort: Strafverfolgung, Prävention und starke zivilgesellschaftliche Strukturen. Die QUAGA-Fachstelle, die Meldestelle MIQ, die Beratungsangebote – das sind Antworten des Landes auf diese Entwicklung. Aber ich sage auch klar: Wir dürfen uns damit nicht zufriedengeben. Die Sicherheit queerer Menschen im öffentlichen Raum muss verteidigt werden.</p>
<p><strong>Braucht Queerpolitik nicht Planungssicherheit und keine jährlichen Ausschläge nach Kassenlage? Wie kann man queeere Strukturen dauerhaft stabilisieren und langfristig fördern? Sollten nicht z.B. die Förderung der Arcus-Stiftung oder „Come-Out”-Stiftung dauerhaft abgesichert werden?</strong></p>
<p>Das ist die richtige Frage – und ich teile die Kritik, die dahintersteckt. Queere Strukturen brauchen Verlässlichkeit, keine Förderung auf Zuruf. Eine Beratungsstelle, die nicht weiß, ob sie im nächsten Jahr noch finanziert wird, kann ihre gute Arbeit nicht langfristig planen. Das gilt auch für Stiftungen, die langfristig wirken wollen. Ich setze mich dafür ein, dass wir von projektbezogener Förderung stärker zu institutioneller Absicherung kommen – das ist kein Luxus, das ist die Voraussetzung für wirksame Arbeit. Ob Arcus oder Come-Out: Strukturen, die sich über Jahre bewährt haben, verdienen Planungssicherheit. Das ist mein Ziel für die nächste Legislatur.</p>
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		<title>Eine weitere Farbe des Spektrums</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Jun 2026 19:58:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Szene]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine weitere Farbe des Spektrums Sänger Damien Cain über seine queere Pop-Ballade „Caleb“ fb. Damien Cain, der Sänger der Alternative-Rock-Band Cain („Age of Darkness“), hat für sein neues Album „Standarte“ mit Jamie Wiltshire eine Pop-Rock-Ballade zu einer gescheiterten schwulen Liebe mit dem Titel „Caleb“ aufgenommen. Anlässlich des Pride Month haben wir ihn zu den Hintergründen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine weitere Farbe des Spektrums</strong></p>
<p>Sänger Damien Cain über seine queere Pop-Ballade „Caleb“</p>
<p>fb. Damien Cain, der Sänger der Alternative-Rock-Band Cain („Age of Darkness“), hat für sein neues Album „Standarte“ mit Jamie Wiltshire eine Pop-Rock-Ballade zu einer gescheiterten schwulen Liebe mit dem Titel „Caleb“ aufgenommen. Anlässlich des Pride Month haben wir ihn zu den Hintergründen befragt.</p>
<p><strong>Deine Musik hat eine große Bandbreite, und dennoch fällt „Caleb“ als Pop-Rock-Ballade aus dem Rahmen. Wie kam es zu der Entscheidung?</p>
<p>Schon beim Schreiben der Lyrics von „Caleb“ habe ich gemerkt, dass das weder eine Gothic- noch eine Metal-Nummer werden kann. Aber das Genre war keine strategische Entscheidung nach dem Motto: So, daraus machen wir jetzt eine massentaugliche Ballade. Die Musik hat sich förmlich aufgedrängt. Gerade auf meinem aktuellen Album „Standarte“ gibt es so viele verschiedene Farben, von Metal über Emo und Punk, bis zu den dunklen Momenten, da ist „Caleb“ einfach eine weitere Farbe des Spektrums. Und der Song ist mir wichtig. Deshalb durfte und musste er genau so aufs Album. Manchmal braucht eine Platte so einen Moment, in dem etwas überraschend Menschliches sichtbar wird.</p>
<p><strong>Was war Deine Motivation, musikalisch die Geschichte einer schwulen Liebe zu erzählen?</strong></p>
<p>Ich glaube, schwule Liebe verdient es, genauso selbstverständlich besungen zu werden wie jede andere Liebe auch. Romantik, Schmerz, Sehnsucht, Körperlichkeit, Würde und Drama – das gibt es in allen Arten von Beziehungen. Für mich war wichtig, dass „Caleb“ nicht nur ein queeres Thema behandelt, sondern wirklich eine echte Liebesgeschichte erzählt, bzw. deren Nachhall. Viele queere Menschen kennen sicher das Gefühl, dass ihre Geschichten entweder problematisiert, exotisiert oder nur am Rand erzählt werden. Ich wollte einen Song schreiben, in dem diese Liebe im Mittelpunkt steht. Nicht als Erklärung für ein heteronormatives Publikum, sondern als echte, als erlebte, emotionale Realität. Manche Gedanken und Gefühle wollen einfach nicht eingesperrt bleiben im Kopf und müssen irgendwann raus. So ein Fall ist „Caleb“.</p>
<p><strong>Der Song ist ein Duett mit Jamie Wiltshire, der einer anderen Generation angehört. Ist das auch als Brückenschlag zu verstehen?</strong> </p>
<p>Dass der Song ein Duett geworden ist, war beinahe ein Zufall: Ich habe Jamie (wie bei anderen Songs auch) gebeten, Backing-Vocals beizusteuern. Aber als ich seine Performance bei „Caleb“ hörte, klang das für mich plötzlich wie eine neue Ebene, wie ein Gespräch über eine gemeinsam erlebte Vergangenheit, und ich musste diese Version einfach veröffentlichen, das gab dem Song eine völlig neue Dimension.<br />
Und ja, dadurch wird „Caleb“ durchaus zu einer Art Brückenschlag. Queere Generationen haben sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht: andere Ängste, andere Freiheiten, andere Kämpfe. Wenn zwei Stimmen aus verschiedenen Generationen gemeinsam eine Liebesgeschichte singen, entsteht automatisch ein Dialog. Das Schöne ist: Der Song erklärt das nicht. Er lässt es einfach passieren. Für mich liegt gerade darin die Kraft des Duetts. Es geht nicht um Theorie, sondern um Stimmen, die sich begegnen. </p>
<p><strong>Du bist 2020 von NRW nach Irland gezogen. Hat das auch Deine Musik verändert?</strong></p>
<p>Ja, auf jeden Fall. Ein Ortswechsel verändert immer etwas, besonders, wenn man das Land verlässt, in dem man aufgewachsen ist. Und ich habe mir einen Traum aus meinen frühen Zwanzigern erfüllt und bin in mein Sehnsuchtsland ausgewandert. Es ist die atemberaubende Landschaft, selbstverständlich die Bedeutung von Musik im täglichen Leben, die allgegenwärtige, inspirierende Melancholie, Ruhe statt Stress – und die ehrliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen, die mich damals wie heute gefangen genommen haben. Das alles ist extrem inspirierend, erdend und massiv künstlerisch beeinflussend. Irland gibt dir die Zeit, wirklich du selbst zu sein. Ich glaube, meine Musik ist dadurch freier, mutiger und persönlicher geworden.</p>
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			</item>
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		<title>Horst Schlämmer: &#8222;Ich bin jetzt auch ein bisschen selber homosexuell&#8220;</title>
		<link>https://www.fresh-magazin.de/horst-schlaemmer-ist-jetzt-ein-bischen-selber-homosexuell</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 17:07:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
		<category><![CDATA[Horst Schlämmer]]></category>
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					<description><![CDATA[Interview mit einem geläuterten Horst Schlämmer dd. Anlässlich seines neuen Films „Horst Schlämmer sucht das Glück” stellte sich Hape Kerkeling als Horst Schlämmer beim großen Premieren-Empfang in der Essener Lichtburg Mitte März u.a. Fragen der FRESH. Wir wollten u.a. wissen, inwieweit sich die Rolle des Horst Schlämmer in den Jahren geändert hat, insbesondere bei queeren [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview mit einem geläuterten Horst Schlämmer </strong></p>
<p>dd. Anlässlich seines neuen Films „Horst Schlämmer sucht das Glück” stellte sich Hape Kerkeling als Horst Schlämmer beim großen Premieren-Empfang in der Essener Lichtburg Mitte März u.a. Fragen der FRESH. Wir wollten u.a. wissen, inwieweit sich die Rolle des Horst Schlämmer in den Jahren geändert hat, insbesondere bei queeren Themen. Im neuen Film ist er immerhin schon am Kiffen und hat nach dem Besuch eines Domina-Studios kaum noch „Rücken”&#8230; Zur Begrüßung sagte er von sich aus zu Reporter Dietrich Dettmann: „Die FRESH kenne ich doch, bist du da etwa immer noch?” . Na das kann ja heiter werden &#8230;</p>
<p><strong>Lieber Horst, es gibt ja auch eine Menge schwule Fans, die Dich mögen. Wie gefällt Dir das eigentlich?</strong></p>
<p>Also ich freue mich darüber. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin jetzt auch ein bisschen selber homosexuell geworden. Aber ich sage es immer so: Ich bin primär. Ich freue mich darüber. Weiße Bescheid. Ich finde, wir leben in einer Welt, die offen sein muss, die klar sein muss.</p>
<p><strong>Also hat der Horst sich da auch verändert und ist offener und toleranter geworden?</strong></p>
<p>Ja genau, ich habe mich da verändert. Du wirst es im Film sehen. Ich hatte etwas, ich nenne es mal eine Erfahrung. Ein Abenteuer, genau. Naja, ich bin jetzt nicht durchweg bi, aber. schauen wir mal &#8230;</p>
<p><strong>Stichwort die Szene im Film dazu: `Wo ist meine Unterhose´, wo Du neben einer Frau und einem Mann aufwachst &#8230;</strong></p>
<p>Hast du das schon gesehen im Film? Stimmt, die Szene ist ja schon in diesem Vorab-Promofilm drin. Ja, aber wie gesagt, ich bin nicht richtig schwul, ich war nur lückenlos betrunken. Aber ehrlich Freunde, doch doch, ich bin jetzt offener geworden.</p>
<p><strong>Hast Du denn schon mal heimlich gegendert? </strong></p>
<p>Was ist denn das? Ist das, wenn man was nimmt? Ich sehe schon mal ein paar Gendersternchen am Himmel, wenn der Doornkaat alle ist. Das sieht dann recht hübsch aus. Also aus der Ferne betrachtet&#8230;</p>
<p><strong>Du suchst in dem Film ja das Glück. Und als Single suchst Du ja auch eine Frau. Im Film gerätst Du überraschend an eine Domina, aber wie wäre es eigentlich für Dich mit Uschi Blum vom Schlagerparadies Dormagen, kennst Du die? Eine klasse Frau. Aber ich glaube, die ist trans*, würde Dich das stören?</strong></p>
<p>Die ist doch nicht trans, Schätzelein. Die ist eine Frau durch und durch, das ist fast schon zu viel Frau für mich. Naja, ich bin mir nicht ganz sicher. Aber das wäre mir egal, ja, die wäre was für mich. Ich würde mich da einfach überraschen lassen. Im Alter darf man nicht so wählerisch sein&#8230;</p>
<p><strong>Im Film suchst Du ja das Glück in ganz Deutschland. Was sagst Du zu den Verhältnissen hier im Land? Probleme haben wir ja wirklich genug &#8230;</strong></p>
<p>Allerdings. Grundsätzlich gilt, man muss sich Deutschland einfach schön saufen. Aber, auch wenn man es sich nicht schön säuft, das ist eines der schönsten Länder auf diesem Planeten. Also wenigstens im Westen. Und wir tun alles, dass die Dinge besser werden. Zum Beispiel mit einem Lächeln im Gesicht, weiße Bescheid.</p>
<p><em>„Horst Schlämmer sucht das Glück”,<br />
ab 26. März im Kino.</em></p>
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		<title>„Wir fordern eine kontinuierliche, dynamische Erhöhung der Fördermittel”</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Mar 2026 12:26:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Jan Bockemühl, neu in Vorstand des Queeren Netzwerks NRW, im FRESH-Interview dd. Jan Bockemühl ist ein engagierter Vertreter für LSBTIQ*-Rechte, der seit November 2025 dem Vorstand des Queeren Netzwerks NRW e.V. (QNW) angehört. Er leitet hauptamtlich die Geschäftsstelle der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V. und setzt sich somit aktiv für die Verbesserung der Lebenssituation älterer [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jan Bockemühl, neu in Vorstand des Queeren Netzwerks NRW, im FRESH-Interview </strong></p>
<p>dd. Jan Bockemühl ist ein engagierter Vertreter für LSBTIQ*-Rechte, der seit November 2025 dem Vorstand des Queeren Netzwerks NRW e.V. (QNW) angehört. Er leitet hauptamtlich die Geschäftsstelle der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V. und setzt sich somit aktiv für die Verbesserung der Lebenssituation älterer queerer Menschen ein. FRESH sprach mit ihm über sein neues Amt.</p>
<p><strong>Warum bzw. mit welchem Ziel hast Du Dich für den Vorstand im QNW beworben?</strong></p>
<p>Etwas mehr als drei Jahre lang war die Geschäftsstelle der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V. in den Räumlichkeiten des Queeren Netzwerks NRW ansässig. In dieser Zeit arbeitete ich täglich Tür an Tür mit den Kolleg*innen der verschiedenen Fachstellen zusammen. Dieser Austausch ermöglichte mir Einblicke in ihre Arbeit und schuf eine tiefere Verbundenheit zum Verein.<br />
Als Vorstandsmitglied möchte ich dazu beitragen, die fachliche Arbeit des Queeren Netzwerks NRW langfristig abzusichern, strategisch voranzubringen und nachhaltig zu stärken.</p>
<p><strong>Welche Themen möchtest Du als Vorstand im QNW voranbringen?</strong></p>
<p>Ein zentrales Anliegen ist die Reaktivierung und Neugestaltung landesweiter Maßnahmen der LSBTIQ*-Altersarbeit. Der demografische Wandel betrifft auch die queere Community: Die Gruppe der älteren und hochaltrigen Menschen wächst stetig. Seit dem Wegfall der Landeskoordination LST* in der offenen Senior*innenarbeit in NRW besteht hier eine fachliche und politische Lücke, die wir schließen müssen.<br />
Zudem möchte ich die Vereinsarbeit dort, wo es sinnvoll ist, generations- und gruppenübergreifend gestalten. Wir müssen innerhalb der Communities dringend über bestehende Altersbilder sowie das Miteinander von jüngeren und älteren Menschen sprechen.</p>
<p><strong>Was forderst Du für die Umsetzung dieser Ziele konkret von der Politik?</strong></p>
<p>Zunächst streben wir einen direkten fachlichen Austausch mit dem Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann, an. Hallo, Herr Laumann!<br />
Kurz und knapp fordere ich: eine gesicherte Finanzierung.<br />
Benötigt werden Mittel für eine zielgruppenspezifische Facharbeit, welche die Lebenssituation älterer LSBTIQ* verbessert, ihre Selbstvertretungskompetenzen fördert und die Öffnung von Regelstrukturen in der Altersarbeit ermöglicht. Dabei darf der Fokus nicht nur auf den Metropolen liegen, sondern muss die gesamte Fläche Nordrhein-Westfalens abdecken.<br />
Die politische Erwartung, dass sich Regelstrukturen ohne externe Impulse und Fachinformationen sensibilisieren, ist unrealistisch – insbesondere, wenn keine fachliche Instanz innerhalb der Community existiert, die informiert, vernetzt und koordiniert.<br />
<strong><br />
Habt Ihr als QNW Forderungen an die Ministerin Verena Schäffer, bzw. welche Erwartungen stellt Ihr an sie?</strong></p>
<p>Zunächst herzlichen Glückwunsch zur Ernennung, Frau Schäffer. Wir wünschen Ihnen viel Tatkraft für die anstehenden Aufgaben.<br />
Bei uns liegen Erwartungen und Forderungen eng beieinander: Mit großer Anstrengung konnte in den letzten zwei Jahren die Arbeit unserer Fachstellen gerettet und das Förderniveau von vor den Kürzungen im Jahr 2024 größtenteils wiederhergestellt werden. Wir erwarten, dass diese Sicherheit für 2027 und die Folgejahre mindestens bestehen bleibt. Angesichts von Kosten- und Gehaltssteigerungen, der wachsenden Nachfrage nach Unterstützung und einer zunehmenden Queerfeindlichkeit fordern wir eine kontinuierliche, dynamische Erhöhung aller Fördermittel. Nur so lässt sich die Qualität unserer Facharbeit aufrechterhalten.<br />
An die Landesregierung und die Verwaltung appelliere ich: Seien Sie sich der historischen Verantwortung bewusst, die die Politik seit 1945 gegenüber LSBTIQ* trägt. Die Folgen jahrzehntelanger Verfolgung, Diskriminierung und Stigmatisierung lassen sich nicht kurzfristig auflösen.<br />
Überlegungen, die Facharbeit des Queeren Netzwerks NRW verstärkt über Spenden zu finanzieren – analog zu US-amerikanischen Modellen –, halte ich für verfehlt. In Deutschland herrscht eine andere Spendenkultur. Wer, wenn nicht die Selbstorganisationen der Zivilgesellschaft, ist näher an den alltäglichen Bedarfen der Bevölkerung? Vereine und Ehrenamt leisten hier Arbeit, die eigentlich staatliche Aufgabe wäre. Daher muss der Staat diesen im Vergleich zum Gesamthaushalt geringen Unterstützungsbeitrag leisten.</p>
<p><strong>Wie hilft Dir Deine Erfahrung aus der BISS, Deine Vorstandsrolle auszufüllen?</strong></p>
<p>Ich greife dabei unmittelbar auf mein fundiertes Fachwissen in der Verbands- und Senior*innenarbeit zurück.</p>
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		<title>Verena Schäffer, neue NRW-Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration, im FRESH-Interview</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Mar 2026 11:58:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
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					<description><![CDATA[dd. Verena Schäffer (Grüne) ist die neue NRW-Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration und zuständig für die Community. Sie löst Josefine Paul (Grüne) ab, die Ende Januar zurücktrat. FRESH sprach mit ihr als neues NRW-Regierungsmitglied über aktuelle queerpolitische Fragen. Frau Ministerin Schäffer, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Amt. Sie haben angekündigt, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>dd. Verena Schäffer (Grüne) ist die neue NRW-Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration und zuständig für die Community. Sie löst Josefine Paul (Grüne) ab, die Ende Januar zurücktrat. FRESH sprach mit ihr als neues NRW-Regierungsmitglied über aktuelle queerpolitische Fragen.<br />
<strong><br />
Frau Ministerin Schäffer, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Amt. Sie haben angekündigt, die Arbeit von Frau Paul fortführen zu wollen. Wo liegen Ihre Schwerpunkte im Themenbereich LSBTTIQ+?</strong></p>
<p>Vielen Dank! Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung von Josefine Paul zu ihrem Rücktritt. Ihr gebührt großer Dank für ihren Einsatz für die Rechte von LSBTIQ*-Personen. Ich möchte ihre Arbeit gerne fortsetzen.</p>
<p>Mir war das Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG) schon als Fraktionsvorsitzende ein Herzensanliegen. Ich möchte dafür sorgen, dass es bald im Gesetzblatt steht. Denn alle Menschen in NRW sollten sicher und frei von Diskriminierung leben können. Zudem ist mir – auch als Kinder- und Familienmi-nisterin – wichtig, dass wir uns als Ministerium weiterhin für eine Reform des Abstammungsrechts im Bund einsetzen, damit Kinder lesbischer Eltern von Geburt an zwei rechtliche Mütter haben.<br />
<strong><br />
Wie ist denn der Stand der Dinge beim Landesantidiskriminierungsgesetz?</strong></p>
<p>Aktuell werten wir die Stellung-nahmen zum Regierungsentwurf aus. In den nächsten Wochen wird der Gesetzentwurf dem Landtag vorgelegt. Mit dem Gesetz schließen wir rechtliche Schutzlücken und stärken damit die Rechte der Betroffenen. Ziel des Gesetzes ist in erster Linie die Beendigung einer Diskriminierung. Betroffene Personen erhalten zudem rechtliche Möglichkeiten, etwa auf Schadensersatz klagen zu können. Eine Klagewelle ist in Berlin, dem bisher einzigen Land mit Erfahrungen mit einem Landesantidiskriminierungsgesetz, allerdings ausgeblieben. Darüber hinaus sieht das Gesetz die Einrichtung einer Landesantidiskriminierungsstelle vor, u.a. zur Entwicklung von Präventionsmaßnahmen und Initiierung wissenschaftlicher Studien zu Diskriminierungen.</p>
<p><strong>Wie wollen Sie zukünftig das Thema Queer im Kabinett einbringen? Bei den Themen Gesundheit, Pflege und Innere Sicherheit gibt es ja weiterhin massive Handlungsbedarfe &#8230;</strong> </p>
<p>Wichtige Anliegen, die LSBTIQ*- Personen betreffen, werde ich als Querschnittsthema einbringen. Allerdings tragen die jeweiligen Fachressorts jeweils selbst die Verantwortung, Perspektiven und Bedarfe von LSBTIQ* in ih-ren Zuständigkeitsbereichen mitzudenken und umzusetzen. Ich sehe es als meine Aufgabe an, auf bestehende Handlungsbedarfe hinzuweisen und fachliche Grundlagen in die Diskussion einzubringen. So hat die Studie „Queer durch NRW – Lebenslagen und Erfahrungen von LSBTIQ*“ unter anderem im Gesundheitsbereich, aber auch mit Blick auf Pflege und Innere Sicherheit deutlich gemacht, wo strukturelle Benachteiligungen und Versorgungslücken bestehen. In meinem Haus tragen wir zum Beispiel mit der Förderung von gezielten Angeboten in der queeren Jugendarbeit aktiv dazu bei, dass Vielfalt gelebt wird. Dass die Landesfachstelle Regenbogenfamilien mit einer jährlichen Förderung über 160.000 Euro bald an den Start gehen kann, freut mich sehr.</p>
<p><strong>Queerfeindliche Gewalt gegen queere Menschen nimmt besonders in den Großstädten in erschreckender Weise zu. Welche Strategien haben Sie dagegen? </strong></p>
<p>Erst einmal: Ich habe jahrelang Innenpolitik gemacht, und mir ist es sehr wichtig, dass alle Menschen in NRW sicher sind. Die Zunahme queerfeindlicher Gewalt ist absolut besorgniserregend und spiegelt leider eine in Teilen gesellschaftliche Stimmung wider, die sich vermehrt gegen Minderheiten richtet. Queerfeindliche Diskriminierung und Gewalt bedroht sehr konkret unsere vielfältige und demokratische Gesellschaft. Die NRW-Lebenslagenstudie zeigt, dass TIN*-Personen noch einmal stärker gefährdet sind. Die Beratung und Unterstützung von Personen, die Opfer von homo-, trans*- und queerfeindlicher Gewalt geworden sind, ist immens wichtig, daher haben wir unsere Förderung für die Landesfachstelle für queere Anti-Gewalt-Arbeit aufgestockt.  Gleichzeitig ist es wichtig, nicht nur das Hellfeld der angezeigten Straftaten im Blick zu behalten, sondern auch das Dunkelfeld besser auszuleuchten. Hier erwarten wir mit dem ersten Jahresbericht der Meldestelle Queerfeindlichkeit wichtige Erkenntnisse, von denen wir weitere gezielte und wirksame Maßnahmen ableiten wollen.</p>
<p><strong>In etwa einem Jahr sind wieder Wahlen in NRW. Können wir erwarten, dass Sie queere Events wie CSDs besuchen und sich für die weitere Förderung der CSDs in NRW einsetzten? Die Zuwendungen sind ja leider unter Schwarz-Grün zuletzt gekürzt worden. </strong></p>
<p>Ich freue mich schon jetzt auf CSDs und andere queere Events! Neben Begegnungen und Gesprächen, die mir wichtig sind, möchte ich damit auch ein klares politisches Signal senden: für Solidarität und den gemeinsamen Einsatz für gleiche Rechte gerade in einer Zeit, in der unsere Demokratie und damit unsere vielfältige Gesellschaft unter Druck gesetzt wird. Zu den Zuwendungen für CSDs: Diese wurden vor drei Jahren unter Schwarz-Grün erstmals eingeführt und in diesem Haushaltsjahr wieder ausgeweitet. Besonders erfreulich ist, dass wir dieses Jahr mehr CSDs in Nordrhein-Westfalen erwarten als jemals zuvor – das ist ein starkes Zeichen für Sichtbarkeit und Anerkennung!</p>
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		<title>„Frische Energie”</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 21:04:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
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					<description><![CDATA[Führungswechsel nach zwei Jahrzehnten beim LSVD+ in NRW &#8211; Andrea Peuler-Kampe vom neuen Vorstand im FRESH-Interview dd. Der LSVD+ hat einen neuen Vorstand in NRW gewählt. Die Urgestein-Aktivisten Frank Bauer und Arnulf Sensenbrenner sind nicht mehr dabei. Im Interview spricht Andrea Peuler-Kampe (Foto) vom neu gewählten Vorstand über neue Wege und Ziele des LSVD+ und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Führungswechsel nach zwei Jahrzehnten beim LSVD+ in NRW &#8211; Andrea Peuler-Kampe vom neuen Vorstand im FRESH-Interview</strong></p>
<p>dd. Der LSVD+ hat einen neuen Vorstand in NRW gewählt. Die Urgestein-Aktivisten Frank Bauer und Arnulf Sensenbrenner sind nicht mehr dabei. Im Interview spricht Andrea Peuler-Kampe (Foto) vom neu gewählten Vorstand über neue Wege und Ziele des LSVD+ und die aktuelle politische Situation der Community.</p>
<p><strong>Andrea, Du bist Teil des neuen Vorstandes des LSVD+ in NRW. Wenn langjährige Mitglieder des Vorstandes aufhören, spricht man gerne von einem Neuanfang – trifft das in diesem Fall zu?</strong></p>
<p>Ja! Wir sind jetzt im Übergang und bauen weiter auf dem auf, was über viele Jahre gewachsen ist – mit viel Einsatz, viel Erfahrung und viel Verlässlichkeit und Mut.<br />
Und in diesem Ansatz werden wir es weiterführen. Gleichzeitig bringt ein neues Team auch neue Perspektiven, neue Arbeitsweisen und neue Schwerpunkte mit. Unser Ziel ist: Kontinuität in den Werten – und frische Energie in der Umsetzung.</p>
<p><strong>Welche neuen Impulse dürfen wir erwarten? Es war in letzter Zeit eher still um den LSVD+ in NRW geworden …</strong></p>
<p>Den Eindruck kann ich nachvollziehen – und wir wollen genau da ansetzen: sichtbarer, ansprechbarer und vernetzter zu sein. Konkret heißt das: Regelmäßiger kommunizieren, damit klar ist, wofür wir stehen und wie man uns erreicht. Dazu mehr Kooperationen mit lokalen Initiativen, Beratungsstellen und Community-Strukturen – weil wir gemeinsam mehr Wirkung entfalten. und niedrigschwellige Angebote schaffen, die praktisch helfen: Information, Austausch, Empowerment, Unterstützung.<br />
Kurz: Wir wollen nicht nur reagieren, wenn es brennt &#8211; sondern verlässlich präsent sein.</p>
<p><strong>Wo wollt Ihr denn konkret durchstarten?</strong></p>
<p>Wir wollen als LSVD+ NRW unsere Präsenz im ländlichen Raum ausbauen und insbesondere im Ruhrgebiet und im Sauerland, wo queere Strukturen bislang kaum sichtbar waren, als verlässlicher Ansprechpartner wirken. Ein Treffen im Café Fluid der Aidshilfe Bochum soll dabei beispielhaft als zentraler Vernetzungs- und Austauschort und für die Unterstützung weiterer queerer Anlaufstellen dienen.</p>
<p>Außerdem wollen wir mehr auch bei kleinen CSDs präsent sein und einen besoneren Fokus auf FLINTA*-Personen sowie auf queere Menschen mit Beeinträchtigungen legen. </p>
<p><strong>Queerpolitisch positioniert Ihr euch ja nahe an den Grünen. Wie beurteilst Du Queerpolitik bzw. das Erreichte der schwarz-grünen Landesregierung in NRW?</strong></p>
<p>Ich würde das gern geradeziehen: Ich sehe den LSVD+ nicht als „nah an einer Partei“. Wir sind ein Bürgerrechtsverband. Unsere Orientierung ist menschenrechtlich und demokratisch – ich persönlich würde es eher als demokratisch links beschreiben, aber ohne Parteibindung. Und zur Landesregierung: „Erreichte Queerpolitik“ ist für mich nicht gut messbar über Überschriften oder Parteifarben. Entscheidend ist, was bei den Menschen und in der Infrastruktur tatsächlich ankommt: Beratung, Schutz, Prävention, Bildung – und vor allem Verlässlichkeit.<br />
Wenn Mittel nach Protesten doch gesichert oder nachgesteuert werden, ist das natürlich wichtig. Gleichzeitig bleibt unser Anspruch: nicht jedes Jahr dieselbe Unsicherheit, sondern planbare, stabile Strukturen. Wir werden die Landespolitik weiter daran messen, was konkret umgesetzt wird – und dabei mit allen demokratischen Kräften sprechen, die dafür Verantwortung tragen.</p>
<p><strong>Stichwort rechte Gewalt und steigende Homophobie: Sie nimmt besonders in den Großstädten in erschreckender Weise zu. Warum bläst uns der Wind immer stärker entgegen? Welche Strategien siehst Du dagegen?</strong></p>
<p>Für mich beginnt das bei uns selbst – und das meine ich konstruktiv: Ich halte es für zwingend notwendig, dass die queere Community als Ganzes zusammensteht. Wenn wir es untereinander nicht schaffen, respektvoll und akzeptierend miteinander umzugehen, können wir schwer erwarten, dass andere das für uns tun. Zusammenhalt ist kein „Nice-to-have“, sondern Selbstschutz und politische Stärke.<br />
Zum Gegenwind: Ich glaube, wir müssen den Ursprung von Homophobie und Queerfeindlichkeit viel genauer analysieren. Ich kenne aktuell keine verlässlichen Zahlen dazu, wo und in welchen Settings queerfeindliche Einstellungen besonders stark sind. Und ohne diese Klarheit bleibt man schnell bei allgemeinen Appellen. Meine Strategie wäre daher doppelt: Als<br />
Sofortmaßnahmen wollen wir Betroffene stärken (Beratung, Begleitung, sichere Räume), und Vorfälle ernst nehmen, die Anzeigen erleichtern, und Bündnisse mit Kommunen und Sicherheitsakteuren verstärken. Mein zweiter Punkt ist gezielte Prävention statt Bauchgefühl, dazu Daten und Erfahrungen systematisch bündeln, z. B. aus Beratungsstellen, Meldestellen, Community-Feedback, Polizei und Kommunen, dabei Muster erkennen. Und dann zielgenau in Schule, Jugendarbeit, Vereinen, Nachtleben und online gegensteuern. Denn wir brauchen dazu zwei Dinge: Haltung und Handwerk.</p>
<p><strong>Der LSVD+ ist Teil der Queeren Nothilfe Ukraine (QNU) – einem Bündnis von über 70 LSBTIQ+-Organisationen aus Deutschland. Was genau wollt Ihr mit dem Projekt erreichen?</strong></p>
<p>Die QNU bringt viele Organisationen zusammen, um queere Menschen zu unterstützen, die vom Krieg betroffen sind – in der Ukraine und auf der Flucht. Unser Ziel ist sehr praktisch: Schutz, Versorgung und Stabilisierung. Dazu gehören je nach Bedarf, sichere Unterkünfte, Unterstützung beim Ankommen, medizinische und psychologische Hilfe, Rechtsberatung und die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen. Für uns heißt das: Solidarität nicht nur zu „bekunden“, sondern zu organisieren. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>“… dass sie lesbisch ist, genügt, um  ihr das Sorgerecht wegzunehmen.”</title>
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		<dc:creator><![CDATA[u57388865]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 20:30:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Top Story]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[dd. Bis in die 1990er Jahre konnten lesbische Mütter bei einer Scheidung das Sorgerecht für ihre Kinder verlieren &#8211; Im FRESH-Interview spricht Historikerin Kirsten Plötz (Foto) über ihre neue Studie und das Schicksal tausender betroffenen Frauen in Deutschland. Frau Plötz, in Deutschland wurden lesbischen Müttern früher ihre Kinder weggenommen. Wie wurde das damals begründet? Warum [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>dd. Bis in die 1990er Jahre konnten lesbische Mütter bei einer Scheidung das Sorgerecht für ihre Kinder verlieren &#8211; Im FRESH-Interview spricht Historikerin Kirsten Plötz (Foto) über ihre neue Studie und das Schicksal tausender betroffenen Frauen in Deutschland.</p>
<p><strong>Frau Plötz, in Deutschland wurden lesbischen Müttern früher ihre Kinder weggenommen. Wie wurde das damals begründet? Warum gab es kein Unrechtsbewusstsein?<br />
 </strong></p>
<p>Lesbische Liebe war an sich zwar nicht strafbar, galt aber lange Zeit als Unzucht. Eine gleichgeschlechtliche Beziehung der Mutter gefährdet das Kindeswohl, begründete z.B. das Oberlandesgericht Düsseldorf 1977 den Entzug des Sorgerechts. Das Kindeswohl konnte verschieden ausgelegt werden; so ließ das Amtsgericht Mettmann 1984 ein Kind bei der Mutter, die nach der Scheidung eine lesbische Beziehung eingegangen war, was wiederum auf Kritik stieß und auf andere Urteile traf. Ende der 1980er Jahre hieß es zu Recht, das Sorgerecht für lesbische Mütter sei wie russisches Roulette vor Gericht. Das war sogar in gewisser Weise eine Verbesserung, weil bis zur Reform 1977 eine Mutter, die durch ein lesbisches Verhältnis ‚Schuld‘ am Ende ihrer Ehe hatte, generell das Sorgerecht verlor.<br />
Auf vielen Ebenen wurde geschwiegen, weil dieses Unrecht nicht an einem speziellen Paragrafen hing, nirgendwo systematisch dokumentiert wurde und weil außerdem die Mütter das Sorgerecht eher behielten, wenn sie ihr lesbisches Leben strikt verleugneten. Viele Mütter blieben damit allein. </p>
<p><strong>Sie haben mit Betroffenen gesprochen und eine Studie dazu in NRW erarbeitet und gerade veröffenlicht. Was ist das Ergebnis Ihrer Forschung? </strong></p>
<p>Das Unrecht zeichnet sich immer deutlicher ab. Schon in der ersten Studie, mit Schwerpunkt Rheinland-Pfalz, wurde klar, wie eng das Ehe- und Familienrecht den Handlungsraum für lesbische Liebe einschnürte und wie sehr Mütter darunter litten. Das wurde nun noch deutlicher, und auch, welche Akteure dafür sorgten. Beim Blick auf Nordrhein-Westfalen zeigte sich außerdem, wie breit das in den Emanzipationsbewegungen aufgegriffen wurde. Weitere Fälle kamen hinzu, die das Gesamtbild erhellen. </p>
<p><strong>Wie geht es jetzt mit Ihrer Forschung weiter? Wird es irgendwann eine bundesweite Studie geben? Können sich Zeitzeug:innen und Betroffene bei Ihnen melden?</strong></p>
<p>Aktuell forsche ich über Sorgerechtsentzug in West-Berlin, zusammen mit Maria Bühner, die über Ost-Berlin forscht. Wer etwas dazu beitragen könnte, meldet sich bitte unter kontakt@sorgerecht-lesbischer-muetter.de. Nicht nur in Bezug auf Berlin, sondern für jede Region suche ich Zeitzeug*innen – betroffene Mütter, die Kinder, die Väter, Freund*innen, Sozialarbeiter*innen, Jurist*innen, Nachbar*innen und alle anderen, die irgendetwas von solchen Sorgerechtsentzügen mitbekommen haben. Es würde mich freuen, wenn sie sich melden und mir ihre Erinnerungen mitteilen und / oder Dokumente überlassen, selbstverständlich auf Wunsch komplett anonym. Stimmen und Dokumente zu sammeln, ist ein wichtiger Schritt. Bisher zeichnet sich eine bundesweite Studie leider nicht ab, aber ich hoffe darauf.</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="5ecacWWkC1"><p><a href="https://queeres-netzwerk.nrw/neue-broschuere-zum-forschungsbericht-zum-sorgerechtsentzug-bei-lesbischen-muettern-zwischen-1946-2000/">Neue Broschüre zum Forschungsbericht zum Sorgerechtsentzug bei lesbischen Müttern zwischen 1946-2000 </a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Neue Broschüre zum Forschungsbericht zum Sorgerechtsentzug bei lesbischen Müttern zwischen 1946-2000 &#8220; &#8211; Queeres Netzwerk NRW" src="https://queeres-netzwerk.nrw/neue-broschuere-zum-forschungsbericht-zum-sorgerechtsentzug-bei-lesbischen-muettern-zwischen-1946-2000/embed/#?secret=2dmCXCMlhU#?secret=5ecacWWkC1" data-secret="5ecacWWkC1" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Kürzungen bleiben Kürzungen&#8220;: Frank Müller, Queer-Beauftragter der SPD-Landtagsfraktion NRW im FRESH-Interview</title>
		<link>https://www.fresh-magazin.de/kuerzungen-bleiben-kuerzungen</link>
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		<dc:creator><![CDATA[u57388865]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 2026 00:22:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[dd. In der Dezemberausgabe der FRESH wurde über die geplanten Landesmittel für queere Projekte im Jahr 2026 berichtet. Dort erklärte die queerpolitische Sprecherin der Grünen, es gebe diesmal keine Kürzungen; an einigen Stellen würden die Mittel sogar erhöht. Frank Müller, Queer-Beauftragter der SPD-Landtagsfraktion NRW, zeigt sich über diese Darstellung irritiert und spricht im FRESH-Interview von [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>dd. In der Dezemberausgabe der FRESH wurde über die geplanten Landesmittel für queere Projekte im Jahr 2026 berichtet. Dort erklärte die queerpolitische Sprecherin der Grünen, es gebe diesmal keine Kürzungen; an einigen Stellen würden die Mittel sogar erhöht. Frank Müller, Queer-Beauftragter der SPD-Landtagsfraktion NRW, zeigt sich über diese Darstellung irritiert und spricht im FRESH-Interview von „grüner Schönmalerei“.</p>
<p><strong>Frank, Du wirfst den Grünen „Schönmalerei“ bei der Darstellung der Landesmittel für queere Projekte 2026 vor. Was genau meinst Du damit?</strong></p>
<p>Nach den massiven Kürzungen im vergangenen Jahr für 2025 – zu Lasten der Aidshilfen, von „MehrAlsQueer“ und durch die Abwicklung der Landesfachstelle für queere Senior*innenarbeit bei Rubicon – feiert sich die schwarz-grüne Koalition nun dafür, dass der Kahlschlag nicht weitergeht. Die genannte Erhöhung der Zuschüsse im LSBTIQ-Bereich bedeutet jedoch lediglich eine Rückkehr zum Stand von 2024. Inflationsbereinigt bleibt unter dem Strich ein deutliches Minus. Stillstand bedeutet Rückschritt.</p>
<p><strong>Das Niveau von 2024 ist zwar wiederhergestellt, aber es wurden ja auch Projekte wie bei der Aidshilfe Essen gestrichen, oder?</strong></p>
<p>Genau, die Folgen der Kürzungen in den letzten Monaten sind spürbar und eben nicht rückgängig gemacht worden: Die Fachstelle für queere Senior*innenarbeit bleibt geschlossen, zahlreiche Projekte der örtlichen Aidshilfen, wie in Essen, mussten eingestellt werden. Diese Strukturen sind verloren. Dass sich die Grünen dafür jetzt feiern, ist zynisch – gerade, weil sie die besondere Bedeutung dieser Angebote kannten. Für Selbstlob besteht also keinerlei Anlass.</p>
<p><strong>Was forderst Du mit Blick auf die kommenden Haushaltsjahre?</strong></p>
<p>Queerpolitik braucht Planungssicherheit und keine jährlichen Ausschläge nach Kassenlage. Wenn die Koalition auf neue Spielräume durch die Steuerschätzung verweist und damit die bloße Wiederherstellung des 2024er-Ansatzes begründet, stellt sich doch die Frage: Was passiert bei der nächsten finanziellen Delle im Landeshaushalt? Drohen dann erneut Kürzungen – und gelten sie dann wieder als unvermeidbar? Verlässlichkeit sieht anders aus.</p>
<p><strong>Stichwort Queerpolitik in NRW: Wie ist Deine Perspektive auf die schwarz-grüne Koalition und auf das neue Landesantidiskriminierungsgesetz?</strong></p>
<p>Das Landesantidiskriminierungsgesetz ist noch in der Entstehung, es liegt bislang nur als erster Entwurf vor und ist noch nicht als fertiger Gesetzentwurf im Landtag angekommen. Von daher bin ich auf die Einbringung des Gesetzentwurfes gespannt. Stand jetzt, also auf Basis des Referentenentwurfs, soll es zumindest in einigen Bereichen Fortschritte bringen. Daher hoffe ich, dass die Landesregierung gerade vor dem Hintergrund steigender Diskriminierungserfahrungen für viele Gruppen und gerade auch queere Menschen die Chance für wirkliche Verbesserungen ergreift und keinen Papiertiger abliefert. Wir als SPD werden das Gesetzgebungsverfahren konstruktiv begleiten.<br />
Insgesamt fällt mein Fazit zur Queerpolitik dieser Landesregierung gemischt aus. Wenige Fortschritte, vieles halbherzig, ein Schritt nach vorn, ein Schritt zurück. Große gesellschaftspolitische Würfe im Sinne der queeren Community sieht man einfach zu wenig. Auch die Umsetzung der Ergebnisse der Lebenslagenstudie in praktisches Handeln kommt viel zu langsam voran. Auch wenn man die Datenbasis der Studie kritisieren kann, so werden ja viele konkrete Fragen und Problemlagen aufgeworfen. Hier erwarten wir alle mehr Entschlossenheit.</p>
<p><strong>Wie beurteilst Du die Chancen im Bund, mit dieser Regierung den Artikel 3 des Grundgesetztes zugunsten von uns zu ergänzen?</strong></p>
<p>Das Problem liegt hier bekanntlich nicht bei SPD, Grünen oder Linken. Wir als SPD hatten das auch im Wahlprogramm, und es bleibt unsere Position. Leider haben sich die Vorzeichen mit dem Regierungswechsel im Bund verschlechtert. Ich sehe daher noch einen weiten Weg zur parlamentarischen Zweidrittel-Mehrheit für die notwendige Verfassungsänderung, wenn man sich den aktuellen Bundestag anschaut. Optimistisch stimmt die Initiative im Bundesrat von mehreren Bundesländern, mit der ein Gesetzentwurf zur Änderung des Grundgesetzes auf den Weg gebracht wurde. Ich weiß auch von vielen Kolleg*innen aus der CDU, dass sie das gern unterstützen würden. Insofern wäre auch zu überlegen, die Abstimmung im Bundestag freizugeben. Ähnlich wie seinerzeit bei der Öffnung der Ehe.</p>
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		<title>&#8222;Zukunft gestalten&#8220;:  Torsten Schrodt, Vorstandsmitglied der Come-Out-Stiftung, zieht Bilanz im FRESH-Interview</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Dec 2025 00:42:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[dd. Torsten Schrodt lebt im Ruhrgebiet. Der Dipl. Sozialarbeiter / Dipl. Sozialpädagoge und Sozialmanager M.A. engagiert sich seit 1998 für Unterstützung und Förderung junger LSBT*I*. Aufgewachsen im ländlichen Raum, liegt sein besonderes Interesse an Aufbau und Stärkung von Strukturen abseits von Metropolen. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Gründung der Come-Out-Stiftung. Als Vorstandsmitglied der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>dd. Torsten Schrodt lebt im Ruhrgebiet. Der Dipl. Sozialarbeiter / Dipl. Sozialpädagoge und Sozialmanager M.A. engagiert sich seit 1998 für Unterstützung und Förderung junger LSBT*I*. Aufgewachsen im ländlichen Raum, liegt sein besonderes Interesse an Aufbau und Stärkung von Strukturen abseits von Metropolen. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Gründung der Come-Out-Stiftung. Als Vorstandsmitglied der neuen Siftung, die gerade 5 Jahre alt ist, zieht er Bilanz im FRESH-Interview.</p>
<p><strong>Torsten, vor drei Jahren wurde die Come-Out-Stiftung geboren. Das war Neuland und Kraftakt. Wie sieht Deine persönliche Bilanz aus?</strong></p>
<p>Die COME OUT! Stiftung war von Anfang an als Gemeinschaftsstiftung geplant, an der sich möglichst viele Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten beteiligen, aber auch Erfahrungen einbringen und mitmachen. Damit sind Abstimmung, Diskussionen und Koordination verbunden, aber auch die Arbeit wird auf mehrere Schultern verteilt. Das war gerade in der ersten Zeit sehr wichtig.</p>
<p>Persönlich freue ich mich über eine aktive und weiter wachsende Stifter*innengemeinschaft, die auch mal heftig diskutiert, aber sehr harmonisch und vertrauensvoll für das gemeinsame Ziel zusammen arbeitet.</p>
<p><strong>Die COME OUT! Stiftung unterstützt keine kurzfristigen Projekte, sondern den dauerhaften Bestand von Angeboten der Jugendarbeit für LSBTIN*. Ziel ist langfristiger Erhalt queerer Jugendinitiativen. Wie sind Eure Erfahrungen mit diesem Ansatz? Seid Ihr dem Ziel nähergekommen?</strong></p>
<p>Mit diesem Förderansatz schließen wir sehr bewusst eine Lücke. Es gibt eine Menge staatliche Stellen und Stiftungen, die insbesondere neue und innovative Projekte fördern, die dann aber zeitlich befristet sind.</p>
<p>Wir stärken hingegen dauerhaft die Basis der Initiativen. Die Projektpartner*innen erhalten von der Come-Out-Stiftung eine jährliche Förderung. Diese nutzen sie dann z.B. für die Miete ihres Treffs, die Kosten der Öffentlichkeitsarbeit oder auch die Schulung von Ehrenamtlichen. Die Initiativen wissen am besten, wo vor Ort der Schuh drückt und sind bei der Verwendung frei.</p>
<p>Öfter wird unsere Förderung benötigt, um die bei Projekt-förderungen geforderten Eigenanteile (oft zwischen 10 und 30 %) zu finanzieren. Wenn z.B eine Initiative für ein tolles Projekt 10.000 € benötigt, 9.000 € Förderung aber nur bekommt, wenn sie die übrigen 1.000 € &#8211; zusätzlich zum ehrenamtlichen Einsatz &#8211; selbst aufbringt, ist dies für Initiativen junger Menschen eine große Hürde. Mit unserer Basisförderung geben wir Initiativen teilweise erst die Möglichkeit, größere Projekte durchzuführen.</p>
<p>Derzeit unterstützen wir auf diese Weise sechs junge Initiativen in unterschiedlichen Bundesländern, mit denen wir jeweils im engen Kontakt stehen. Dieser Kontakt ist uns wichtig, um sicher zu sein, dass die Mittel bei jungen LSBTIN* ankommen und um mitzuerleben, wie sich die Initiativen entwickeln.</p>
<p><strong>Sichtbarkeit von queerem Leben soll ja auch in ländlichen Regionen viel mehr und offen möglich sein. Wie sind da Eure Erfahrungen, was hat sich bewegt?</strong></p>
<p>In ländlichen Regionen ist queeres Leben seltener sichtbar, wobei mir hier wichtig ist, deutlich zu machen, dass dies auch von Stadtteil zu Stadtteil in Großstädten sehr unterschiedlich ist. Während es in Metropolen aber erreichbare Inseln für Kontakt und Empowerment – z.B. queere Jugendgruppen – gibt, fehlen diese gerade in ländlich geprägten Regionen. Für mehr Sichtbarkeit im Alltag, brauchen wir überall selbstbewusste Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*Personen, Inter*Menschen und Nicht-Binäre.</p>
<p>Um dieses Selbstbewusstsein zu entwickeln, sind stärkende Gemeinschaften zentral. Daher ist uns so wichtig, auf Dauer angelegte Gemeinschaften zu stärken, die dann z.B. vor Ort kleine CSDs oder queere Stände bei Stadtfesten organisieren.</p>
<p>Zumindest in den Regionen, in denen wir uns engagieren, sehen wir Fortschritte bei der Akzeptanz durch Sichtbarkeit. Leider macht Sichtbarkeit auch Gegner*innen von Vielfalt aufmerksam. Gerade Initiativen aus östlichen Bundesländern berichten verstärkt von feindlichen Stimmungen und Einschüchterungsversuchen. Gerade hier bedarf es mehr Solidarität aller, diese Initiativen junger Menschen zu stärken.</p>
<p><strong>Viele Menschen aus der Community, teilweise sehr prominent &#8211; wie Lilo Wanders &#8211; haben sich der Stiftung angeschlossen und unterstützen sie. Hat Dich dieser Zuspruch überrascht? Sucht Ihr noch weitere Unterstützer*innen?</strong></p>
<p>Als Gründungsstifterin und Vorstandsmitglied ist Lilo Wanders besonders aktiv und hat die Come-Out-Stiftung bei allen ihren vielen Projekte mit im Gepäck. Das hilft natürlich sehr. Aber auch andere Stifter*innen sind sehr aktiv und werben für die Stiftung. Beinahe alle neuen Spender*innen und Stifter*innen werden über persönliche Bekanntschaften gewonnen. Dies ist super, und es überrascht mich nicht, dass es viele solidarische Menschen gibt, die bereit sind, die Come-Out-Stiftung zu unterstützen.</p>
<p>Überrascht hat mich, dass Flyer, Spendenaufrufe und Co. wenig Resonanz bringen und die persönliche Ansprache so zentral ist. Hier müssen wir uns als Stifter*innen immer wieder ein bisschen überwinden, um potentielle Unterstützer*innen aktiv anzusprechen.</p>
<p>Es wäre schön, wenn mehr Menschen aktiv auf die Come-Out-Stiftung zukommen würden, um unsere Idee mit einer Spende, Dauerspende, einem Vermächtnis oder auch einer Zustiftung zu unterstützen.</p>
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